Reykjavik – Vestmannaeyjar

Seit dem 13.7. versuchte ich jemanden zu finden, der Willens wäre mit mir nach Akureyri / Husavik zu fahren. Mein Plan: Wieder ein kleines Auto mieten und die Kosten teilen, so, wie es die Male zuvor auch funktioniert hatte. Über die Webseite Carpooling in Iceland hatte ich endlich jemanden gefunden, Karla, die am 16. nach Akureyri und am 20. zurück nach Reykjavik fahren wollte und Mitfahrer suchte. Kostenpunkt für die Fahrt 3000 ISK, was akzeptabel war. Am 15. sagte sie jedoch die Fahrt ab, da ihr Auto streikte. An diesem Punkt wurde mir klar, dass ich den Norden Islands streichen mußte – Stichwort: Radikale Akzeptanz.

Also beschloß ich nach einer Altenative zu suchen, die ich in den Vestmannaeyjar-Islands fand. Im Reiseführer steht, dass einen hier eine fantastische Landschaft erwartet und es Vögel ohne Ende zu beobachten gibt. Aber auch hier stellte sich die Frage, wie dorthin kommen. Busse schieden aus (zu teuer) und Carsharing war auch nicht angesagt. Also doch hitch-hiken, wovor ich in diesem Land etws Bammel hatte, den es gibt wirklich Strecken, die menschenleer und endlos erscheinen. An manchen Orten möchte ich wirklich nicht zurückgelassen werden. Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Meinen Rucksack, schwer genug, machte ich etwas leichter, indem ich einen Teil des Inhalts im Hlemmur Square Hostel deponierte. Wie es sich für einen Deutschen gehört, hatte ich barv ein Schildchen geschrieben, auf dem mein Ziel in großen Lettern zu lesen war. An einer vermeintlich guten Stelle stellte ich mich also auf und hielt mein Schild in den Wind. Alle Autos rauschten vorbei. Mein Weltbild bezüglich des Trampens wurde scheinbar bestätig, bis die Feuerwehr mich sah und anhielt. Sofort meldete sich mein schlechtes Gewissen, eventuell eine Gefahr darzustellen. Aber nein, man fragte interessiert, wo’s denn hingehen sollte. Statt einer Standpauke lud man mich ein mich an einen besseren Ort zu bringen, wo die Chancen größer seien mitgenommen zu werden. Also legte ich meinen ersten Teilabschnitt im Schutze der Feuerwehr zurück. Wer kann das schon von sich behaupten? Nachdem man mich abgesetzt hatte, dauerte es tatsächlich nur 20 Minuten bis der erste Wagen hielt und mich ca. 10 km weiter vorwärts brachte. Man ließ mich an einer Tankstelle raus. Und siehe da, der nächste freundliche Isländer brachte mich bis nach Sellfoss. Und wieder 10 Minuten später nahm mich ein Lebensmittelkontrolleur bis nach Hvolsvöllur mit. Von dort wären es noch ca. 30 km bis zur Fähre gewesen. Und, weil wir uns so gut unterhielten und uns sympatisch waren, fuhr er mich doch glatt direkt bis zur Fähre! Ich konnte mein Glück kaum fassen.

 

Jetzt ging es darum eine Unterkunft auf Heimaey zu finden. In meinem Reiseführer stand ein Hostel, das von einer deutschen Reiseleiterin geführt wurde. Kosten: 4200 ISK. Also war ein Anruf fällig. Und siehe da, auch hier hätte ich ein Fleckchen zur Übernachtung gefunden. Frohen Mutes machte ich mich also auf, klingelte und stand Ruth gegenüber, die sich vielmals entschuldigte, dass sie sich geirrt habe und doch keinen Platz für habe. Aber – und nun kommt die gute Nachricht, ihre Nachbarin B&B Guesthouse Hrafnabjörg  habe noch einen Platz für mich, zu einem etwas höhren Preis (5300 ISK), dafür aber mit Frühstück. Ein wahres Schnäppchen, bezahlt man in Reykjavik schon 5000 ISK ohne Frühstück, welches meistens mit 1300-1600 ISK zu Buche schlägt.

Statt 10-Bett-Zimmer ist es hier ein 4-Bett-Zimmer. Dusche sauber und ordentlich (ein klassisches Badezimmer) und eine voll eingerichtete Küche. Diese habe ich sogleich in Beschlag genommen und ein leckeres Mahl zubereitet; Nudeln mit Lachs in Dillsauce.

Gebucht habe ich hier für 3 Nächte. Im Laufe des 19. werde ich mich dann wieder auf den Rückweg machen, in der Hoffnung, wieder vom Glück begleitet zu werden.