Sehr beeindruckender Tag, heute

Im Januar 1973 brach auf Heimaey der Vulkan Eldfell aus. In dramatischer Weise wurden über Nacht 5000 Menschen evakuiert. Bei aller Dramatik schien der Ort von tausenden Schutzengel beschützt worden zu sein. Wie durch ein Wunder wurde in diesem Chaos niemand getötet. Und, aufgrund eines Sturms in der Nacht zuvor waren sämtliche Schiffe im Hafen, so dass alle Menschen auf die Boote flüchten und sich in Sicherheit bringen konnten. Große Teile des Ortes verschwanden im Laufe der nächsten Monate unter der Asche und Lava. Noch heute sieht man einige Giebel oder Fundamente der Häuser aus dem neuen Boden ragen. Wer nicht weiß, um was es sich hier handelt läuft achtlos vorüber. Bei genauem Hinsehen, wird einem jedoch sehr schnell bewußt, dass man heute auf den Dächer verschütteter Häuser läuft. Man könnte also durchaus von einem isländischen Pompeji sprechen.

 

Aber auch die Insel selbst hat sich 1973 dadurch vergrößert, dass die Lava neues Land schuf. 2 km² mehr Landfläche wurden geschaffen. Eine Fläche, die heute, gut 40 Jahre nach dem Ausbruch immer noch erscheint, als wäre das Unheil erst vor Kurzem geschehen. Schroff, kantig, unwirtlich und man kann es kaum glauben, immer noch handwarm.

In dem seit einem Jahr neu eröffneten Museum auf Heimaey wird in eindrucksvoller Weise die Eruption, die Flucht, die Rückkehr und das Leben danach dargestellt. Unter anderem hat man ein Haus aus der Lava herausgegraben. Das Museum wurde quasi um das Haus herum gebaut. Es ist schon tief beeindruckend, über welche Gewalten die Natur verfügt. Wie immer, wenn einem solche Themen näher gebracht werden, wird einem bewußt, wie hilflos und klein die „Krönung der Schöpfung“ in Wirklichkeit ist.