Dubrovnik

Von vielen Menschen wird Dubrovnik als lohnenswertes Ziel betrachtet, vor allem wegen seiner Altstadt. Mein persönlicher Eindruck ist, dass Dubrovnik mit Barcelona verglichen werden kann: Laut, unhöflich, gierig.

Es fängt damit an, dass seitens der Kroatischen Regierung es nicht erlaubt ist von Montenegro aus den Flughafen direkt anzufahren. Man will mit Macht, dass ausländische Gäste zuerst nach Dubrovnik-Stadt fahren, dort Devisen umtauschen, ein separates Busticket zum Flughafen kaufen. Weiter geht’s mit der Kalkulation, dass man mindestens eine Nacht in Dubrovnik bleibt, somit weiteres Geld in der Stadt lässt.

So also bei mir. Die Übernachtungskosten in dieser Stadt sind horrent. Für ein 8-Bett-Schlafsaal im Hostel verlangt man umgerechnet 21,00 €. Und das ist die unterste Preiskategorie. Damit überholt Dubrovnik sogar Barcelona.

Wenn ich schon in der Stadt bin, so schaue ich mir natürlich auch die viel gerühmte Altstadt an – und bin zutiefst enttäuscht. Jetzt weiß ich, dass die Bilder, die man im Netz und in Reiseagenturen findet photoshoped sind. Nicht ansatzweise sieht es hier so schön aus, wie auf den Bildern. Für mich grenzt das an Betrug. Es erwartet einen eine Altstadt, die liebloser nicht aussehen könnte. Eintönige sandfarbene Hausmauern; Läden, vollgestopft mit Touri-Kram. Laut, teuer, einer Kirmes gleichend und eine Nepp-Kultur, wie sie besser nicht sein könnte. Es fällt schwer hier einen Schritt zu machen ohne von Händlern, Restaurantbesitzern oder Tour-Anbietern aufdringlichst, mit Körperkontakt belästigt zu werden. Über die Altstadtmauer ziehen Heerscharen von Touristen, einem Lindwurm gleich. Mittlerweile hat man Richtungshinweise angebracht, um den Menschenstrom zu kanalisieren. Seltsamerweise finden die Leute, angesichts dieser Umstände, die Stadt nach wie vor lovely. Bus- und Schiffsladungen voll von Menschen werden in diese Stadt ausgekippt.

Der einzig schöne Anblick, der sich mir bot, war der abendliche Ausblick von der Hostel-Dachterrasse. Ansonsten verlasse ich die Stadt 22 Stunden nach meiner Ankunft wieder mit Freuden.