Ägypten

Ägypten, offiziell: Arabische Republik Ägypten, hat über 94 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von über einer Million Quadratkilometern. Die Megastadt Kairo ist ägyptische Hauptstadt und die größte Metropole Afrikas und Arabiens, der Ballungsraum „Greater Cairo“ ist eine der bevölkerungsreichsten Stadtregionen der Erde.

Es hat als interkontinentaler Staat eine Landbrücke vom größeren afrikanischen Teil nach Asien, zur Sinai-Halbinsel. Durch die Revolution von 2011 änderten sich die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse im Land drastisch

Ägypten hat vor allem wegen seiner hohen Bevölkerungszahl eine enorme politische und kulturelle Ausstrahlung in der arabischen und islamischen Welt. Aber auch in der Geschichte der Zivilisation der Menschheit hatte es eine große Bedeutung, wovon viele Ausgrabungen und antike architektonische Sehenswürdigkeiten zeugen. Hier entstand bereits um 3000 v. Chr. mit dem Alten Ägypten eine der frühen Hochkulturen der Alten Welt. Das begehrte Land am Nil erlebte nach der Pharaonenzeit eine wechselvolle Geschichte von vielen Fremdherrschaften, bis es 1922 wieder seine Selbstständigkeit erlangte. Aber auch jetzt endeten die Machtkämpfe um Ägypten nicht, sie gingen im Innern weiter. Die Proteste des Arabischen Frühlings erfassten 2011 auch Ägypten. Darauf folgte die Staatskrise 2013/14.

Der längste Strom Afrikas, der Nil, durchfließt das Land von Süd nach Nord als seine wichtigste Lebensader und mündet in einem Delta in das Mittelmeer. Eine weitere Lebensader ist der Sueskanal, eine künstliche Wasserstraße mit herausragender Bedeutung für die Weltwirtschaft, die das europäische Mittelmeer mit dem Indischen Ozean verbindet. Große Teile des Territoriums des Landes sind Wüsten.

Ägypten liegt innerhalb des nordafrikanischen Trockengürtels mit sehr wenig Niederschlägen, sowie beträchtlichen saisonalen und täglichen Temperaturschwankungen. Nur der nördliche Küstenstreifen und das Nildelta sind mit Winterniederschlägen beeinflusst; südlich von Kairo dagegen regnet es äußerst selten.

Die Bevölkerung Ägyptens siedelt primär im Niltal, im Nildelta, am Sueskanal und an touristisch bedeutsamen Orten am Meer. Die Region um den Nil ist eine der am dichtesten bevölkerten Flächen weltweit.

Etwa 90 % der Einwohner Ägyptens bekennen sich  zum sunnitischen Islam.
Sichtbares Zeichen einer zunehmenden Islamisierung der Gesellschaft sind die immer häufiger zu sehenden tief verschleierten Frauen. Noch in den 1990er Jahren war die Mehrheit der ägyptischen Frauen gänzlich unverschleiert.

Vor der Islamischen Expansion im 7. Jahrhundert war in Ägypten das Christentum die dominierende Religion. Heute findet man eine koptische Minderheit. Die ägyptischen Christen sind von Diskriminierungen betroffen; nach der Revolution 2011 haben etwa 100.000 das Land verlassen.

Die Hochkultur Ägyptens begann um 3000 v. Chr. mit der Schaffung eines Königreiches durch die Vereinigung von Ober- und Unterägyptenunter. Die Einteilung der Pharaonenzeit erfolgt in 30 Dynastien.

Mit der 3. Dynastie entstand das Alte Reich, in dem sich Staat und Gesellschaft, Kunst und Religion ausformten und der als Verkörperung des Himmelsgottes verehrte König (Pharaoautokratisch über alle 42 Gaue seines Landes herrschte. Die Pharaonen wurden jetzt als Söhne des Sonnengottes Re angesehen.

Nach dem Zerfall des Alten Reiches gelang es erst einem Gaufürsten-geschlecht aus dem Süden unter Mentuhotep II. (2061–2010) die Länder im Mittleren Reich (11. bis 14. Dynastie) wieder zu einigen. Als neue Hauptstadt wurde Theben mit den Tempelstätten Karnak und Luxor gegründet. Um 1650 rissen die aus Asien stammenden Hyksos die Herrschaft über Ägypten an sich. Sie brachten Pferd und Streitwagen ins Land und damit eine neue Art der Kriegstechnik.

Fürst Kamose und seinem Nachfolger Ahmose I. gelang es um 1550 v. Chr. wiederum in Theben das Neue Reich (18. bis 20. Dynastie) zu gründen, das sich unter Amenophis I. und Thutmosis I. bis nach Nubien und zum Euphrat erstreckte. Nach der Herrschaft der „Friedensfürstin“ Hatschepsut (1490–1468) unternahm Thutmosis III. Feldzüge nach Syrien und Palästina und festigte das ägyptische Großreich, das sich vom Orontes in Syrien bis zum vierten Katarakt des Nil erstreckte. Unter König Amenophis IV. (1364–1347) kam die Expansion zum Erliegen. Er kümmerte sich vorwiegend um religiöse Fragen und löste durch die Erhebung des Sonnengottes Aton zum alleinigen Gott eine geistige Revolution aus. Unter dem Namen Echnaton regierte er zusammen mit seiner Gattin Nofretete das Reich von der neu gegründeten Residenz Achet-Aton (dem heutigen Tell el-Amarna) aus. Von seinem Nachfolger Tutanchamun (1347–1338) wurde jedoch der Monotheismus zugunsten einer Dreiheit des göttlichen Prinzips wieder abgeschafft. Unter Ramses II. (1290–1224) erlebte das Neue Reich noch einmal eine Blütezeit. Doch die Völkerbewegungen um 1200 brachten eine neue Gefahr für Ägypten, das von den Hethitern, den Libyern und von Seevölkern aus dem Norden bedroht wurde. Nach dem Tod von Ramses III. (1184–1153) setzte ein rascher Niedergang ein, Ägypten löste sich unter fremden Machthabern in eine Vielzahl von Einzelherrschaften auf. 

525 v. Chr. wurde Ägypten vom Perserreich erobert und erstmals langfristig Provinz eines fremden Weltreiches; in gewissen Grenzen wurde ihm die Selbstverwaltung und die Religionsfreiheit zugestanden. 332 v. Chr. fiel das 404 wieder unabhängig gewordene Ägypten kampflos in die Hände Alexanders des Großen, der das Land als Teil des Makedonischen Reiches hellenisierte. Nach seinem Tod 323 v. Chr. übernahm sein Feldherr Ptolemaios I. die Verwaltung der ägyptischen Provinz. 305 nahm er als Ptolemaios I. den Titel eines Königs an und begründete damit das Herrscherhaus der Ptolemäer, das Ägypten fast 300 Jahre lang regierte. Sie erhoben das von Alexander gegründete Alexandria zu ihrer Hauptstadt und orientierten sich außenpolitisch auf den Mittelmeerraum.

Nach dem Tod Kleopatras VII., der letzten Herrscherin des Ptolemäerhauses, wurde Ägypten 30 v. Chr. zur römischen Provinz.

Um 640 eroberten islamische Araber das Niltal; Ägypten wurde von nun an von wechselnden Machtzentren aus – Damaskus, Bagdad, Kairo – beherrscht.  Mit dem Machtantritt Saladins, des Begründers der Ayyubiden-Dynastie (1171–1249), wurde Kairo zum Zentrum des muslimischen Widerstandes gegen die christlichen Kreuzzüge. Ende des 13. Jahrhunderts vernichteten die Mamluken die letzten Kreuzfahrerstaaten auf asiatischem Boden. Der wirtschaftliche Niedergang als Folge der Entdeckung des Seeweges nach Indien (1498) machte Ägypten zu einer der ärmsten Provinzen des Osmanischen Reiches.

Erst die Landung des französischen Expeditionskorps unter Napoleon Bonaparte 1798 beendete die Herrschaft der Osmanen. Als nach dem Seesieg des britischen Admirals Nelson bei Abukir im selben Jahr die Franzosen ihren Orientfeldzug abbrechen mussten, nutzte der albanische Offizier Muhammad Ali Pascha die Situation zur Ergreifung der Macht (1805–1849). Er und seine Nachfolger konnten unter osmanischer Oberherrschaft eine gewisse Selbständigkeit erringen, betrieben eine expansive Politik und leiteten die Geschichte des modernen Ägyptens ein. Der Bau des Sueskanals (1859–1869) machte das Land derart von ausländischen Anleihen abhängig, dass die von Großbritannien und Frankreich eingerichtete Staatsschuldenverwaltung zur eigentlichen Regierung des Landes wurde. Zur Sicherung des Verbindungsweges nach Indien erwarb Großbritannien die ägyptischen Kanalaktien, besetzte 1882 das Land und machte es 1914 formell zu einem Protektorat. 1922 wurde Ägypten unter Fu’ad I. ein schon weitgehend selbständiges Königreich und erhielt nach dessen Tod 1936 die Souveränität. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Nordwesten Ägyptens zum Schlachtfeld der deutschen und italienischen Armeen unter Erwin Rommel und den Briten unter Bernard Montgomery. Britische Truppen blieben bis 1946 im Land. 1945 war Ägypten eines der 51 Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen.

1948 beteiligten sich ägyptische Armeen am arabischen Angriff auf den eben ausgerufenen Staat Israel, wurden aber, wie die anderen arabischen Armeen auch, zurückgeschlagen. Am 23. Juli 1952 (Nationalfeiertag) stürzte die Bewegung der „Freien Offiziere“ den 1936 inthronisierten König Faruk. Die Geschichte der jungen Republik Ägypten wurde zunächst von General  Muhammad Nagib, anschließend von dem führenden Kopf der Revolution, Oberst Gamal Abdel Nasser (1954–1970) bestimmt. Nassers sozialistisches Regime unterhielt enge Beziehungen zur Sowjetunion. Die Verstaatlichung der Sueskanal-Gesellschaft 1956 führte zum militärischen Eingreifen Israels, Großbritanniens und Frankreichs. Die Sueskrise wurde durch Intervention der UN beigelegt. 1958 schloss sich Ägypten mit Syrien und Nordjemen zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) zusammen, die faktisch nur bis 1961 bestand. Im Sechstagekrieg mit Israel im Juni 1967, in dem israelische Truppen bis zum Sueskanal vordrangen, erlitt das Land eine schwere militärische Niederlage. Nach dem Tod Nassers 1970 wurde Vizepräsident Anwar as-Sadat Staatspräsident. Durch den – teilweise erfolgreichen – Jom-Kippur-Krieg 1973 versuchte Sadat, die Niederlage von 1967 wettzumachen.

1977 leitete Sadat durch eine überraschende Friedensinitiative den Dialog mit Israel ein, der 1979 zum Friedensvertrag und zum Abzug der israelischen Truppen von der Sinai-Halbinsel führte, andererseits jedoch das Land innerhalb der arabischen Welt isolierte und den Widerstand islamischer Fundamentalisten hervorrief. 1981 wurde Sadat, der 1978 zusammen mit Israels Premierminister Menachem Begin den Friedensnobelpreis erhalten hatte, das Opfer eines Attentats. Seinem Nachfolger, dem damals als Vizepräsident amtierenden Husni Mubarak, ist es gelungen, Ägypten wieder als vollrespektiertes Mitglied in die Arabische Liga zurückzuführen. Der Präsident wurde bis zum arabischen Frühling vom Parlament mit Zweidrittelmehrheit nominiert und anschließend für sechs Jahre durch Volkswahl bestätigt. Zuletzt wurde Mubarak 2005 wiedergewählt. Kritiker merken jedoch an, dass er seit dem Erlass der Notstandsgesetze 1982 bis zu der Revolution 2011 autoritär regierte. Er herrschte demnach über ein pseudodemokratisches System. Sie sagen, dass Wahlen teilweise gefälscht oder verschoben worden waren und manche Oppositionelle nach Scheinprozessen ins Gefängnis kamen. In Ägypten existierte nur so viel öffentliche Opposition, wie Mubarak zuließ. Im von Mubarak am 1. Januar 2006 ernannten neuen Kabinett Nazif blieben die Schlüsselpositionen unverändert.

Vor dem Hintergrund der tunesischen Jasminrevolution begann am 25. Januar 2011 der Arabische Frühling in Ägypten, der sich vor allem auf die Forderung nach Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Demokratie richtete. Im Zuge  der Revolution, bei denen circa 850 Demonstranten in Ägypten ums Leben kamen, trat Mubarak zurück. Aus den in drei Runden stattfindenden Wahlen zum Rat des Volkes zwischen dem 28. November 2011 und 10. Januar 2012 ging die von der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei (Muslimbrüder) angeführte Demokratische Allianz für Ägypten als stärkste Kraft mit rund 45 % der insgesamt 498 Sitze hervor. Die salafistische Partei des Lichts wurde mit ca. 25 % der Sitze zweitstärkste Fraktion.

Aus den Teilwahlen zum Schura-Rat, dem ägyptischen Oberhaus, im Januar/Februar 2012 gingen ebenfalls die Muslimbrüder als stärkste Kraft hervor, gefolgt von den Salafisten der Partei des Lichts. Daraufhin kam es erstmals zu freien Präsidentschaftswahlen. Am 24. Juni 2012 wurde das Ergebnis bekanntgegeben: Mohammed Mursi wurde demzufolge mit 51,7 % der gültigen Stimmen zum Präsidenten gewählt und mit seiner Vereidigung am 30. Juni 2012 zum amtierenden Staatsoberhaupt.

Ab Juni 2012 erstellte die Verfassunggebende Versammlung, in der Muslimbrüder und Salafisten eine Mehrheit der 100 Sitze hatten, eine neue Verfassung. Über 60 Prozent stimmten beim Referendum für die neue Verfassung. Im November 2012 entzog der neu gewählte Präsident Mohammed Mursi seine Entscheidungen und Dekrete der Kontrolle durch die Justiz und erklärte sie für unantastbar. Die Gewaltenteilung setzte er damit faktisch außer Kraft.

Am 3. Juli 2013 gegen 21 Uhr MESZ verkündete Generaloberst Abd al-Fattah as-Sisi, dass Mursi nach den massiven Protesten in der Bevölkerung durch das Militär abgesetzt worden sei. Der Verfassungsrichter Adli Mansur wurde am 4. Juli 2013 nach diesem Militärputsch als Interimspräsident des Landes  vereidigt. Am 8. Juni 2014 trat der parteilose Militär as-Sisi sein Amt als Präsident an.

Die unter jahrzehntelanger Misswirtschaft, Korruption und Unruhen leidende Wirtschaft litt durch das Ausbleiben der Touristen zunehmend auch unter Devisenknappheit. Dass Ägypten weiterhin Geld aus den USA bekam, lag an der Angst vor einem Kollaps des Landes.

Alle Arbeitnehmer sind sozialversichert; es gibt eine Kranken-, Alters- und Invalidenversicherung, die jedoch nur geringe Grundabsicherungen übernehmen. Geleistet werden auch Hinterbliebenenrenten, Krankengeld und Arbeitslosenunterstützung. Durch geringe Löhne und die Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenquote 2009 bei 9,4 % mit einer hohen verdeckten Arbeitslosigkeit) müssen rund 20 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag leben. Erschwerend kommt hinzu, dass von den einst drei Millionen ägyptischen Gastarbeitern im Ausland sehr viele wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind – vor allem aus Kuwait und aus dem Irak.

Das Gesundheitssystem ist in den Städten für afrikanische Verhältnisse relativ gut entwickelt, auf dem Lande gibt es noch gravierende Lücken.

Der Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungs-magnet für ausländische Besucher. Neben Gizeh, Kairo und Alexandria wird auch Luxor gern besucht, von wo aus unter anderem das Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan. Von dort werden Flüge und Bus-Touren nach Abu Simbel angeboten.

Die Revolution in Ägypten 2011 wirkte sich direkt auf den Tourismussektor aus. 2010 wurden noch 14,7 Millionen Touristen gezählt, davon 1,3 Millionen aus Deutschland. 2011 waren es nur noch 9,8 Millionen Touristen, von denen rund 965.000 aus Deutschland kamen.

Die Touristenhochburg ist Hurghada am Roten Meer.

Wichtigster Verkehrsträger ist die Eisenbahn, das Netz der Ägyptischen Staatsbahnen (Streckenlänge rund 7700 km) ist das älteste in ganz Afrika. Es konzentriert sich wie das Straßennetz auf das Niltal und das Nildelta.


Nach Ägypten kam ich eigentlich, weil ich auf der Suche nach warmem Winterwetter war. Die Monate November und Dezember hatte ich in Spanien und Portugal verbracht. Im Januar wurde es dann in Portugal zu kalt und ich zog mich nach Gran Canaria zurück. Aber auch hier war das Wetter äußerst ungemütlich. Die üblichen 20 bis 25 Grad auf der Insel fielen diesmal aus. Statt dessen lief ich auch dort mit langer Unterwäsche, Fleeceshirt und Regenjacke rum, weil der kalte und böige Nordwind einfach nicht auf Südost drehen wollte. Dementsprechend lagen die Temperaturen nur bei 10 bis 15 Grad, durch den Wind gefühlt jeweils 5 Grad weniger. Statt an den Strand ging ich in die Sauna – bis ich im Internet einen günstigen Flug mit Condor (160 € H+R) von Deutschland nach Ägypten fand. Nach Deutschland kam ich mit RyanAir für 30 €. Die Temperaturen versprachen dort wesentlich angenehmer zu sein, auf jeden Fall oberhalb 25 Grad.

Am 21. Februar landete ich also in Hurghada, Ägypten und damit esrtmals in einem arabischen Land. Ich hatte mir Hurghada deswegen ausgesucht, um mich dort anfänglich mit den Lebensgewohnheiten vertraut machen zu können. Das hektische Kairo hob ich mir dann für das Ende meines Aufenthalts auf.

Hurghada ist nicht Ägypten. Die Stadt dient ausschließlich dem Tourismus. Südlich des eigentlichen Stadtkerns erstrecken sich Beachhotels und Resorts. Diese Resorts braucht der Tourist nicht zu verlassen. Er lebt in geschützten Hotelanlagen mit z.T. mehreren Pools und/oder eigenen Strandabschnitten, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
Da es in ganz Ägypten nur sehr wenige verstreute Hostels (eher Jugendherbergen) gibt, deren Bewertungen mich Abstand nehmen ließen, fand mein Leben ausschließlich in Hotels statt, was mein Reisebudget ziemlich belastete. In Hurghada (180221 – 180301) nahm ich mir eine Suite, weil sie nur unwesentlich teurer war als ein enges Einzel- oder Doppelzimmer. Suiten kosten normalerweise deutlich mehr als 150,00€ pro Tag. Hier bekam ich eine solche für 30,00€. Ein Doppelzimmer war gerade mal 4 EUR günstiger. Auf 50 m² hatte ich Luft und Bewegungsfreiheit, sowie einen Balkon.

Auf meinem Weg in die eigentliche Stadt traf ich Frank. Wie sich herausstellte lebt er in Münster und wir hatten gemeinsame Bekannte beim ehemaligen Lufttransportkommando. Immer am Strand entlang näherten wir uns der Stadt.

Auf unserem weiteren Weg kamen wir an einem privaten Beach vorbei, wo man uns gestattete einen Blick in die Anlage zu werfen. Es gibt wenige öffentliche Strände, die kostenlos zu besuchen sind. Die Eintrittspreise an den privaten Badestellen liegen zwischen 50 und 100 ägyptischen Pfund (LE). Dafür wird aber auch Luxus groß geschrieben, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann.

In einem kleinen Café machten wir eine Pause. Nebenan hatten wir das Vergnügen dabei zusehen zu dürfen, wie ein Lastwagen mit Ziegelsteinen entladen wurde. Die ägyptische Variante – von Hand jeweils vier Steine auf ein Mal – hat uns so richtig staunen lassen. Am dahinter befindlichen Gebäude war auch kein Kran zu entdecken. Das bedeutet, auch hier wurden alle Steine von Hand von unten nach oben befördert.

Der Hafenbereich von Hurghada ist das Herzstück der Stadt. Modern, westlich, super gepflegt mit exklusiven Shops und Restaurants. Über Tage geht es hier ruhig und beschaulich zu. Zu abendlicher Stunde trifft man sich hier um zu sehen und gesehen werden.

Gleich nebenan befindet sich die Al Mina Moschee. Normalerweise ist Nichtgläubigen der Besuch einer Moschee nicht gestattet. Da es sich jedoch um einen Touristenort handelt, kann man diese Moschee auch besichtigen.

Am 24.2.18 erfüllte ich mir einen lang ersehnten Wunsch – einen privaten Ausflug in die Wüste. Der Deal war, dass ich nicht in einer Gruppe reise, sondern allein. Zwar traf man unterwegs doch die eine oder andere geführte Gruppe, man hielt mich jedoch fern von deren Gesellschaft, so dass ich meine Ruhe hatte und mir die Zeit nehmen konnte, die ich wollte ohne getrieben zu werden. Mein inneres Bild einer Wüste war bis dato eine flache sandige, eintönige Ebene. Diese Wüste zeigte jedoch ein völlig anderes Bild. Schroffe hohe Berge, der Untergrund sehr stark variierend (Sand von weich und fließend bis kompakt, Kiesel, Geröll). Kleine Sanddünen oder Sandflächen auf denen der Jeep ins driften kam bis hin zur Wellblechpiste. Auf den kleineren Hügeln fantastische Ausblicke. Wenig Vegetation. Hier und da ein einzelner Baum oder eine Palme, ab und zu kleine flache Büsche. Zwischendurch unerwartete kleine Siedlungen. An manchen Stellen bizarre Felsformationen. Das Erlebnis schlechthin war die Möglichkeit für eine halbe Stunde allein gelassen zu werden um zu meditieren und die Stille der Wüste zu erleben. Normalerweise hat man immer irgendwelche Hintergrundgeräusche, auch an vermeintlich stillen Orten. Hier nicht! Die Stille ist alles durchdringend. Das Gehör kann sich noch so anstrengen, es hört nichts mehr. Nur den eigenen Herzschlag hört man und seinen eigenen Atem. Diese Erlebnis ist berührend und tiefgreifend.

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Ein weiteres Highlight war ein Ausflug zu den Delfinen am 27.2.18

Mit einer kleinen Gruppe brachen wir zu einem Punkt im Meer auf, der sich „Dolphin House“ nennt. Hier kann man fast immer Delfine finden. Sie sind frei lebend und somit kann es auch vorkommen, dass man hierher kommt ohne die Tiere anzutreffen. Natürlich ist der Platz hinlänglich bekannt und man bleibt letztlich nicht allein. Aber wir hatten Glück und waren rechtzeitig vor Ort um mit den Tieren schwimmen und schnorcheln zu können. Die Tiere sind an den Menschen gewöhnt, machen sich aber nichts aus deren Anwesenheit. Wird’s ihnen zu bunt ziehen sie sich souverän in die Tiefe zurück oder geben einfach Gas und lassen die Menschen null-komma-nichts hinter sich. Auch hier ist die Begegnung mit den Tieren einfach anrührend und bewegend. Sie in der Freiheit beobachten zu können, ihre Anmut zu bewundern – das ist ein Erlebnis, das man nicht alle Tage hat. Da nicht jeder eine Unterwasserkamera besitzt wird hier durch den Veranstalter ausgeholfen.

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Am 1.3.18 machte ich mich mit dem Bus auf nach Luxor. Die Fahrt führt zunächst nach Süden entlang der Küste. Bei Safraga biegt man ab ins Landesinnere und damit wieder hinein in die Wüste bis man schließlich bei Qena ins Niltal kommt. Von einem Moment zu nächsten wechselt man von der Wüste ins grüne und satte Niltal.

Für drei Tage bleibe ich auf der Ostseite des Nils im Hotel Rezeiky. Das Zimmer ist einfach und zweckmäßig. Wie in Hurghada herrscht auch in Luxor  lautstarkes Treiben – selbst die Hotelanlage bleibt davon nicht verschont. Das Personal ist jedoch trotz der Lautstärke bemüht einem den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Das beginnt damit, dass man einen Obstteller und einen Willkommensdrink serviert bekommt. Am Abend kann man ein vorzügliches Dinner genießen. Der Koch ist einfach fantastisch. Am nächsten Tag schickte man eigenes einen Angestellten zum Bahnhof, um mir ein Zugticket nach Aswan zu besorgen. So viel Aufmerksamkeit habe ich erst wieder in Aswan erlebt.

Am Anreisetag mache ich mich am Nachmittag gleich auf, um den nahe gelegenen Karnak-Tempel zu besichtigen.

Die ältesten heute noch sichtbaren Baureste des Tempels stammen aus der 12. Dynastie unter Sesostris I. Bis in die römische Kaiserzeit wurde die Tempelanlage immer wieder erweitert und umgebaut. Die Tempelanlage steht seit 1979 auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Herausragend unter den Ruinen sind der Tempel des Amun-Re mit seinen insgesamt zehn Pylonen, deren größter ca. 113 Meter breit und ca. 15 Meter dick ist und eine geplante Höhe von ca. 45 Meter aufweist. Die Gesamtfläche des Tempels beträgt ca. 30 Hektar.  Neben den Pylonen ist die große Säulenhalle, die von Haremhab begonnen und unter Sethos I. und Ramses II. vollendet wurde, besonders beeindruckend.

Die Tempelanlage besteht aus drei von Mauern umgebenen Bereichen, dem Bezirk des Amun, dem Bezirk des Month und dem Bezirk der Mut. Neben diesen drei großen Tempelbezirken gibt es noch den Aton-Tempel, das Gem-pa-Aton, das Echnaton im sechsten Jahr seiner Regierungszeit in Karnak erbauen ließ. In der Antike verband eine Allee, die beidseitig von 365 Sphingen gesäumt war, den Amun-Tempel mit dem ca. 2,5 km entfernten  Luxor-Tempel.

Nach der Erhebung Amun-Res von Theben zum Lokalgott und später zum Reichsgott begannen die Herrscher des frühen Mittleren Reiches mit dem Bau eines Tempels, der über Jahrtausende hinweg zum heutigen Tempelkomplex erweitert wurde, wo die Amun-Priesterschaft den täglichen Tempeldienst ausübte. Auch für die Gattin des Amun, die Göttin Mut, und für ihren gemeinsamen Sohn Chons wurden Tempel errichtet, zusammen bildeten sie die Triade von Theben. Neben diesen drei Göttern wurde auch dem Gott Month, der noch in der 11. Dynastie der Hauptgott von Theben war, ein Tempel geweiht.

In der altägyptischen Glaubenswelt besteht das Prinzip der kosmologischen Ordnung, dieses Prinzip wird als Maat bezeichnet. Da die Maat kein unveränderlicher Zustand ist und von den Menschen aus dem Gleichgewicht geworfen werden kann, ist es wichtig diesen Zustand zu erhalten, um Chaos und Vernichtung von der Welt fernzuhalten. Ein ägyptischer Tempel stellt ein Modell der Welt dar. Eine der obersten Pflichten des Königs war es daher das Gleichgewicht der Maat zu erhalten, dieses geschah im heiligsten Bereich des Tempels. Im Tempel wurden heilige Kulthandlungen (Opferdarbietungen, Gebete und Gesänge) durch den König oder den ihn vertretenden Hohepriester durchgeführt.

Am nächsten Tag führte mich mein Weg entlang des Nils zum Museum.

Das Luxor-Museum beinhaltet altägyptische Kunst. Der zweigeschossige Museumsbau wurde 1975 seiner Bestimmung übergeben. Seit März 2004 verfügt er durch einen Anbau über eine größere Ausstellungsfläche.

Im Museum zu besichtigen sind Fundstücke altägyptischer Kunst aus der königlichen Metropole Theben und der näheren Umgebung von Luxor (Theben-Ost). Darunter befinden sich Grabbeigaben aus dem Felsengrab des Tutanchamun im Tal der Könige, verschiedene Statuen aus der Zeit des Neuen Reiches sowie die Rekonstruktion eines Mauerteils des Aton-Tempels von Karnak.

Am 3.3.18 wechselte ich auf die Westseite des Nils um dem Tal der Könige näher zu sein. Ich wohnte im Cleopatra Hotel. Optisch machte dieses Haus einen guten Eindruck. Menschlich war es etwas bizarr. Folgende Bewertung hatte ich auf Booking.com hierzu abgegeben: Die Sauberkeit lässt zu wünschen übrig. Mini-Bad, altes verschlissenes Handtuch, unfreundliches und irgendwie Angst verbreitetes Personal. Sehr touchy: bei den Jungs (Söhne des Eigentümers?) hatte ich den Eindruck, dass sie Sex suchen. Es gibt dort keine Hausfrau, die für Freundlichkeit und Sauberkeit sorgt. Schlechtes und instabiles WIFI.

Mit einem excellenten Guide besuchte ich am 5.3.18 das Tal der Könige. Im Besucherzentrum fand ich eine gut gemachte plastische Darstellung des Tals und dessen Grabkammern vor. Zum einen wurde anhand eines Bildes dargestellt, wie eine Grabkammer konstruiert wurde, zum anderen zeigte die Plastik, wie die Grabkammern im Erdreich angeordnet wurden. Allgemein kann man sagen, je kürzer die Amtszeit eines Pharao war, desto flacher wurde sein Grab in den Berg getrieben. Der Ort der Grabstätten wurde deswegen gewählt, weil sich hier ein Berggipfel findet, der einer Pyramide gleicht. Insgesamt besuchte ich drei Grabkammern, die von Ramses III. und IV. sowie die von Menenptah.

Das Grab von Ramses III wurde ursprünglich von Sethnacht begonnen und dann von dessen Nachfolger Ramses III. übernommen und erweitert. Sethnacht verstarb bereits nach drei Jahren Regierungszeit und übernahm das Grab der Königin Tausret. Im 13. Jahr von Smendes I. fand eine Osirifizierung von Ramses III. statt, die von einem Nekropolenschreiber namens Butehamun geleitet wurde. Die äußeren Bereichedes Grabes sind bereits seit griechisch-römischer Zeit für Touristen zugänglich.

Das Grab hat eine Länge von 125 m und ist im Stile der 19. Dynastie konstruiert, die Eingangsfassade besitzt aber eine monumentale Gestaltung, welche eher für die 20. Dynastie typisch ist. Die ersten drei Korridore wurden von Sethnacht angelegt, die nischenartigen Nebenkammern in den ersten beiden Durchgängen jedoch von Ramses III. hinzugefügt. Der dritte Korridor durchstieß die Decke des Grabes von Amenmesse und wurde daraufhin in einen kleinen Raum umgewandelt. Stattdessen wurde von diesem Korridor aus das restliche Grab mit verschobener Achse in den Fels geschlagen.

Ganz untypisch steigt der vierte Korridor etwas an um die darunterliegende Kammer des Pharos Amenmesse zu überwinden. Daraufhin folgen die Brunnenkammer und eine Säulenhalle mit Seitenkammer. Es folgen zwei Vorkammern und die Grabkammer, in der der Sarkophag zum ersten Mal entlang der Hauptachse aufgestellt wurde. An den vier Ecken ist symmetrisch jeweils eine Nebenkammer angeordnet.

Die Wände zeigen Szenen aus der Amduat („Schrift des verborgenen Raumes“), dem Pfortenbuch, dem „Buch von der Erde“ und dem „Buch von der Himmelskuh“. Sie sind demnach mit einem für die Ramessidenzeit gültigen Dekorationsschema ausgeschmückt, das nur im Detail variiert. Die Farben der Tiefreliefs sind insgesamt gut erhalten und bieten eine außergewöhnliche Vielfalt.

Das Grabmal KV8 ist die Grabstätte des altägyptischen Pharaos Merenptah der 19. Dynastie. Das Grabmal ist etwa 160 m tief und enthält Elemente, die in früheren Grabstätten nicht vorkamen, wie beispielsweise das Relief des Sonnengottes Re am Eingang. Am Ende des Ganges befindet sich die Grabkammer.

Das Grabmal enthält zahlreiche Wandmalereien, wie die Szenenabbilder von der Litanei des Re, dem Buch der Pforten, dem Amduat und das erstmals unter Merenptah belegte Buch der Höhlen. Zudem gab es auch Abbildungen der Mundöffnungszeremonie.

Trotz der zahlreichen Fluten im Tal der Könige zählen die erhaltenen Dekorationen zu den besten der Grabstätten. Viele Dekorationen in den vorderen Bereichen des Grabes (außer die an der Decke und an den oberen Teilen der Wände) sind durch das Wasser verloren gegangen. Da es keine verschlossenen Kammern gab, sind sich die Archäologen sicher, dass sich schon zuvor jemand Zugang zu der Grabanlage verschafft haben muss.

Das altägyptische Grabmal KV2 ist das Grab von Pharao Ramses IV., 20. Dynastie (Neues Reich). Die Besonderheit zu diesem Grab ist, dass es eines der wenigen ist, von dem Grabpläne erhalten sind. Einer davon ist ein Papyrus (Papyrus Turin 1885), der sich im Ägyptischen Museum in Turin befindet.

Ein Großteil der Wanddekorationen, die nicht nur auf die Kammern beschränkt sind, ist praktisch unversehrt. Ein Teil der hieroglyphischen Inschriften in den Korridoren sind, im Gegensatz zu den übrigen Dekorationen, die aufgemalt sind, im versenkten Relief gearbeitet und ausgemalt. Das Dekorationsprogramm des Grabes besteht sowohl aus alten als auch neuen Elementen.

Bei der Decke der Grabkammer (auch Sargkammer) ersetzen die Bücher des Himmels die bisherigen „astronomischen“ Darstellungen als Himmelsgewölbe. An den Seiten der Kammer finden sich außerdem Dekanlisten. Diese bilden zusammen mit der doppelten Darstellung der Göttin Nut, die sich über die Erde beugt, einen Rahmen. Auf der linken Seite wird Nut vom Gott Schu gestützt. Die dominante Farbe in diesem Raum ist Gelb, die Farbe, die Gold symbolisierte, das Metall der Götter. Die Grabkammer wurde damit zum per-nebu („Goldhaus“).

Der kartuschenförmige Sarkophag aus rotem Granit wurde bereits im Altertum durch Grabräuber beschädigt und der Deckel abgenommen. Er ist nach Westen orientiert und misst 3,50 m in der Länge, 2,95 m in der Höhe und 2,06 m in der Breite.

Der Totentempel der Hatschepsut stammt aus der 18. Dynastie und ist der am besten erhaltene Tempel in Deir el-Bahari am Westufer des Nil in Theben. Auffällig ist seine eigenwillige Architektur. Die Pylone sind durch offene Pfeilerhallen am Anfang je einer Terrasse ersetzt. Der gesamte Tempel ist aus Kalkstein errichtet.

Der gesamte Talkessel von Deir el-Bahari ist hauptsächlich den Göttern Hathor und Amun-Re geweiht. Der Tempel wurde bis in ptolemäische Zeit genutzt. In koptischer Zeit entstand auf dem Tempel das Phoibammon-Kloster. Das Kloster wurde bis ins 11. Jahrhundert genutzt und von verschiedenen Bischöfen besucht. 

Der Tempel wurde innerhalb von ca. 15 Jahren, vom 7. bis zum 22. Regierungsjahr der Königin Hatschepsut, erbaut. Während der Damnatio memoriae, von der auch Königin Hatschepsut betroffen war, wurde der Tempel stark zerstört. Viele Wanddarstellungen und Statuen wurden vernichtet.

Von der Tempelanlage führt die gerade ca. einen Kilometer lange Prozessionsstraße nach Osten zum Taltempel der Hatschepsut am Rand des Fruchtlandes. Vom Taltempel aus weiter zum Nil und auf der anderen Seite des Flusses weiter zum Tempel des Amun-Re in Karnak. Die Prozessionsstraße war ursprünglich auf beiden Seiten von Sphingen gesäumt.

War der Besuch der Grabkammern im Tal der Könige schon beeindruckend, so hat mich der Aufenthalt am Hatschepsut Tempel doch am meisten berührt. Ich kann es nicht begründen, doch war mein Guide ziemlich erstaunt, als ich mit Tränen in den Augen vor diesem Tempel stand.

Auf der Fahrt zurück nach Luxor sah man dann die vielen Gräber der Edlen und Vornehmen der damaligen Zeit, die es sich nicht nehmen ließen in der Nähe ihrer jeweiligen Pharaonen  begraben zu werden.

Die Memnonkolosse, so benannt in griechisch-römischer Zeit nach Memnon, einem halbgöttlichen König der Äthiopier, sind zwei nebeneinander stehende altägyptische Kolossalstatuen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. Sie befinden sich unweit des Tals der Könige. Die Statuen befanden sich in der Vergangenheit vor den Pylonen des Eingangs zum Tempel des Amenophis III., eines Pharaos der 18. Dynastie.

Die Quarzit-Statuen sind stark beschädigt. Sie stellen den König Amenophis III. dar, der auf einem Thron sitzt, mit den Händen auf den Knien. Er blickt Richtung Nil. Die Gesichtszüge des Pharao sind nicht mehr kenntlich. In wesentlich kleinerem Maßstab sind beidseitig an den Beinen der Statuen aufrecht stehende Frauengestalten angeordnet, wobei die Figur am jeweils rechten Bein die Große königliche Gemahlin Amenophis des III. Teje und die an den linken Beinen seine Mutter Mutemwia darstellen. Von den vier Figuren ist die der Teje am rechten Bein der südlichen Statue am besten erhalten. Nur noch an den Füßen kenntlich sind die vormals zwischen den Beinen der Amenophis-Statuen angeordneten Figuren einer unbenannten Tochter des Pharao.

Die Seiten des Thrones sind geschmückt mit Gottesdarstellungen und  ägyptischen Hieroglyphen. Man erkennt zwei Darstellungen von Hapi, dem Gott der Nilüberschwemmung, wie er Lotospflanzen, als Symbol  Oberägyptens, mit Papyrusstauden, dem Symbol Unterägyptens, zu einem geeinten Ägypten zusammenbindet. 

Die Statuen sind heute einschließlich der Plattformen (Sockel), auf denen sie stehen, noch etwa 18 Meter hoch. Mit den Kronen betrug die Gesamthöhe beider Statuen ursprünglich 21 Meter. Die Füße der Statuen waren 2 Meter lang und 1 Meter breit.

Bereits die Wissenschaftler und Ingenieure der Napoleon-Expedition haben versucht das Gewicht der Kolosse zu bestimmen. Für die südliche Statue berechneten sie ein Volumen von 292 Kubikmetern und ein Gewicht von rund 750 Tonnen. Die neuen Maßangaben für den südlichen Sockel führen zu einem Volumen von rund 190 Kubikmetern, bei gleicher Dichte ergibt dies ein Gewicht von rund 500 Tonnen für den südlichen Sockel.

Memnon galt den Griechen als Sohn der „Göttin der Morgenröte“ Eos  und Tithonos, dem Sohn des trojanischen Königs Laomedon. Als Memnon seinen Onkel Priamos, zu diesem Zeitpunkt König von Troja, im zehnten Jahr des Trojanischen Krieges mit einer großen Flotte unterstützte, wurde er vor den Toren Trojas durch den Griechen Achilleus getötet. Seine Mutter Eos entführte Memnons Leichnam nach Aithiopia und beweint ihn noch immer. Ihre Tränen, die jeden Morgen als Tau vom Himmel fallen, rührten den obersten olympischen Gott Zeus so sehr, dass er Memnon Unvergänglichkeit gewährte. Seitdem antwortet er morgendlich seiner Mutter Eos mit einem Klagelaut, wenn sie ihn mit den ersten Sonnenstrahlen streichelt, eine passende Assoziation zu den Geräuschen, die der rechten Statue der Memnonkolosse im oberägyptischen Theben jeden Tag bei Sonnenaufgang entwichen, deren Ursprung wahrscheinlich in Vibrationen der großen Bruchstelle des Kolosses beim schnellen Durchgang der nächtlichen Kälte durch die Erwärmung der ersten Sonnenstrahlen zu suchen sein dürfte.

Die Statuen waren ein beliebtes Ziel griechischer und römischer Reisender, da es Glück bringen sollte, den Klagelaut des Memnon zu hören. Im Jahr 92 n. Chr. ließ der Präfekt von Ägypten, Titus Petronius Secundus, eine Inschrift anbringen, die von dem Ereignis berichtet. An beiden Kolossen brachten Besucher hunderte griechische und lateinische Graffiti an. Eine Restaurierung der nördlichen Statue unter Kaiser Septimius Severus im Jahr 199 n. Chr. ließ die „Gesänge des Memnon“ verstummen.

Von Luxor reiste ich zunächst nach Aswan. Jedoch auf dem späteren Rückweg nach Hurghada machte ich mit Daniela für eine Nacht in Tayebs „Scorpion House“ in Luxor Station. Das Haus ist das genaue Gegenteil vom Cleopatra Hotel. Ein Ort der Ruhe und des Friedens. Beides drückt sich in der liebevollen detaillierten Gestaltung seines Hauses aus.

In’s „Nubian Holiday House“ in Aswan kam ich, weil ich auf FB einen Post gelesen hatte. In der Gruppe „Weltweiter Urlaub bei deutschen Auswanderern (aus deutschsprachigen Ländern)“ beschrieb Kathrin Ihr „Nubian Holiday House“. Die Art der Darstellung und die dazugehörigen Bilder lockten mich an. So schrieb ich sie von Luxor an und fragte, ob noch ein Zimmer für mich frei sei. Trotz Hochsaison hatte ich Glück. Und so fuhr ich am 6.3.18 mit dem Zug von Luxor nach Aswan. Pünktlich fuhr der Zug um 07:35 ab. An kam ich um die Mittagszeit.
In der Zeit zuvor hatte Kathrin in einer weiteren FB-Gruppe („Urlaub gegen Hand“) nach jemandem gesucht, der ihren Mann (Habib) für eine Woche vertreten könnte. Habib managed das Ferienhaus und brauchte Urlaub – zusammen mit Kathrin. Daniela stellte sich zur Verfügung und reiste an. Bei ihrem Eintreffen stellte sich heraus, dass Habib doch nicht frei machen konnte. Kurz entschlossen verbrachten Daniela und Kathrin die Woche Urlaub. Beide kamen am 11.3.18 aus Kairo zurück.

Es entstand bei unserer ersten Begegnung eine spontane Freundschaft. Und so verbrachten wir die verbleibenden Tage bis zu meiner Abreise weitestgehend gemeinsam.

Am 8.3.18 besuchte ich die Nilinsel „Elephantine Island“. Ein Paradies an Fotomotiven.

Zwei Bootsfahrten haben Kathrin, Daniela und ich gemacht. Am 12.3. mit Habib’s Motorboot und einen Tag später mit Habib’s Feluke.

Mit der Feluke unterwegs – 180313

Ein weiteres Muss ist ein Besuch in Abu Simbel . Im Vorfeld hatte ich diverse Preisauskünfte eingeholt, die jedoch mit 47,00 bis 70,00 EUR allesamt oberhalb meines Budgets lagen. Am 9.3.18 machte ich mich mit dem Local-Bus auf. Abfahrt 8:00 Uhr. Um 12:00 Uhr erreichten wir Abu Simbel. Bis zur Rückfahrt blieben mir 1,5 Stunden. Mit dem Taxi fuhr ich direkt zum Tempeleingang.

Die Tempel von Abu Simbel sind zwei Felsentempel am Westufer des Nassersees und wurden im 13. Jahrhundert v. Chr. unter Pharao Ramses II. aus der 19. Dynastie des altägyptischen Neuen Reiches errichtet.

Die Felsentempel von Abu Simbel, der große Tempel zum Ruhm Ramses’ II. und der kleine Hathor-Tempel zur Erinnerung an Nefertari, dessen Große königliche Gemahlin, stehen seit 1979 auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO. Beide Tempel befinden sich nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort. Um sie vor dem ansteigenden Wasser des Nassersees, des durch den Assuan-Staudamm aufgestauten Stausees des Nil, zu retten, wurden sie in den Jahren 1963 bis 1968 abgetragen und 64 Meter höher auf der Hochebene von Abu Simbel wieder aufgebaut. Dort erheben sie sich heute auf einer Insel im Nassersee, die an der Nordwestseite durch einen befahrbaren Damm mit dem Ort Abu Simbel verbunden ist.

Die Anlage empfand ich als ziemlich enttäuschend. Wie erwähnt ist es nicht der Original-Standort. Vielleicht liegt es auch daran. Die mächtigen Statuen vor dem Tempel sind beeindruckend. Das Tempelinnere verhalten schön. Nichts wirklich Aufregendes. Im Besucherzentrum wird vor allem die Verlegung der Tempelanlage beschrieben, was tatsächlich eine technische Meisterleistung darstellt.

Ich hätte mich sehr geärgert, wenn ich so viel Geld für diese Tour ausgegeben hätte. Meine Gesamtkosten beliefen sich auf nur 15,00 EUR!

Die letzten sieben Tage in Ägypten verbringe ich erneut in Hurghada. Ich nutze die Zeit, um einen letzten Ausflug zu machen – nach Kairo. Am 20.3. um 01:50 Uhr morgens werde ich mit dem Bus am Hotel abgeholt. Es dauert eine weitere Stunde bis alle übrigen Teilnehmer aus den anderen Hotels eingesammelt sind. Beim Erreichen der Außenbezirke Kairos ist die Sonne gerade aufgegangen. Die Zufahrtstraßen sind rappelvoll. Die Stadt liegt unter einer dichten Dunstglocke.

Um 9:05 Uhr erreichen wir unsere erste Station in Kairo, das Ägyptische Museum, wo wir für 1,5h einen Schnelldurchlauf machen. Die Zeit ist extrem kurz, man kann gerade mal einen ersten Eindruck gewinnen. Ich denke, hier kann man bequem 2 Tage verbringen, ohne dass es einem langweilig wird.

Anschließend wird eine 45 Minuten dauernde Nilfahrt angeboten (gegen 10,00 € extra). Man bekommt eine nette Silhouette Kairos zu sehen und passiert verschiedene Häuser ehemaliger Präsidenten. Ein Hochhaus steht im besonderen Ruf die teuersten Eigentumswohnungen zu beherbergen. So sagt man, dass eine Wohnung angeblich 15.000.000 Dollar kostet. Dafür bekommt man einen in die Wohnung integrierten Swimmingpool und parkt sein Auto ebenfalls in der Wohnung (das Auto wird per Fahrstuhl zur Wohnung befördert). Nun ja, wenn’s schön macht?! Man gönnt sich ja sonst nicht.

Nach dem Mittagessen geht’s zu den Pyramiden von Gizeh. Sie gehören zu den bekanntesten und ältesten erhaltenen Bauwerken der Menschheit und sind das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Sie zählen seit 1979 zum Weltkulturerbe.

Die Pyramiden entstanden etwa von 2620 bis 2500 v. Chr. in der 4. Dynastie. Sie wurden auf einem rund 1000 mal 2000 m großen Klaksteinplateau errichtet. Bemerkenswert ist, dass beim Bau der Pyramiden keinerlei beräderte Fuhrwerke zum Einsatz kamen, obwohl die Ägypter das Rad zu dieser Zeit wahrscheinlich bereits kannten. Höhenunterschiede beim Bau wurden durch Ziehen der Lasten auf schiefen Ebenen überwunden

Die größte und vermutlich bekannteste Pyramide ist die des Pharao Cheops. Er regierte etwa um 2620 bis 2580 (nach anderer Quelle um 2604 bis 2581) v. Chr. Die Cheops-Pyramide war ursprünglich 146,6 m hoch (heute: 138,75 m), die Seiten sind im Mittel 230,3 m lang und der Rücksprung der Außenverkleidung beträgt 22 Finger (in der Senkrechten) auf eine Elle (in der Waagerechten); das entspricht einem Neigungswinkel von 51°50’40“. Sie wurde aus rund 3 Millionen Steinblöcken errichtet, deren durchschnittliches Gewicht je bei 2,5 t liegt, und war komplett mit Kalksteinblöcken verkleidet. An der Ostseite der Pyramide befinden sich die Überreste des Totentempels und des Aufweges. Der Taltempel ist unter der modernen Stadt begraben.

Man hätte die Pyramiden auch von innen besichtigen können, allerdings nur eingeschränkt. Die Gänge in die Pyramide sind schmucklos. Die einzelnen Räume sind dem Publikum nicht zugänglich. Statt einer Innenbesichtigung bekommt man Gelegenheit per Kamel oder Pferdekutsche zum hinteren, entlegenen Ende der Pyramiden zu gelangen. Von dort hat man einen Blick auf insgesamt 3 große und 6 kleine Pyramiden sowie auf die dahinter befindliche Stadtgrenze.

Auch einen Blick auf die berühmte Sphinx bekommt man geboten.

Die Große Sphinx von Gizeh ist die mit Abstand berühmteste und größte  Sphinx. Sie stellt einen liegenden Löwen mit einem Menschenkopf dar und wurde vermutlich in der 4. Dynastie während der Herrschaft von Chephren  (um 2520 bis 2494 v. Chr. errichtet. Die Sphinx ragt seit mehr als vier Jahrtausenden aus dem Sand der ägyptischen Wüste, wobei sie die meiste Zeit bis auf den Kopf von Sand bedeckt war, was zu ihrer Erhaltung beitrug.

Sie wurde aus dem Rest eines Kalksteinhügels gehauen, der als Steinbruch für die Cheops-Pyramide diente. Sie befindet sich dadurch in einer Mulde, die im Laufe der Zeit immer wieder von Flugsand aufgefüllt wurde. Farbreste am Ohr lassen darauf schließen, dass die Figur ursprünglich farbig bemalt war, ihr Körper war dabei mit rötlicher Ockerfarbe überzogen. 

Die Länge der Sphinx beträgt rund 73,5 m, wovon 15 m auf die ausgestreckten Vorderbeine entfallen. Das Gesicht der Sphinx ist 4 m breit, der Kopf mit Kopftuch 6 m. Die Höhe beträgt 20,2 m.

Wozu die Sphinx diente, ist bis heute unbekannt.

Und mit den Pyramiden und der Sphinx war dann der offizielle Part in Kairo beendet. Übrig blieb noch ein Abstecher zu einer Parfümerie. Hier wurden einem allerlei Düfte und Öle angeboten. Interessant war es allemal den Ausführungen zuzuhören.

Um 16:50 Uhr traten wir dann die Rückfahrt nach Hurghada an, wo ich gegen 23:00 Uhr an meinem Hotel ankam. Es war ein zugegebenermaßen sehr langer Tag. Allerdings war dank der guten Organisation das Maximale geboten worden. Der  Reisebus war bequem, man wurde während der Fahrt nicht mit ägyptischem Gejaller zugedröhnt und die Reiseleitung war freundlich und kompetent. Der ganze Tag hatte hatte mich 55,00 € gekostet.


Fazit: Aus meiner sehr persönlichen Sicht habe ich Ägypten als sehr widersprüchliches Land erlebt. Wahrscheinlich aus der existierende Wirtschaftsnot und der aggressiven Religion resultierend.

Wirtschaftlich leidet das Land, definitiv. Im Grunde kann man es den Menschen nicht übel nehmen, wenn ein jeder versucht so viel Geld wie möglich aus dem spärlichen Tourismus herauszuholen. Leider wirkte sich dieser Versuch auf mich sehr negativ und abstoßend aus. Wer fühlt sich schon wohl als nicht respektierte, wandelnde Dollarnote durch’s Leben zu gehen.

Drei Beispiele von vielen anderen während meines Aufenthalts:
a) Aswan: Ich lief zum Busbahnhof, welcher ca. 3 km außerhalb der Stadt liegt. Es war früh am Tage und Taxis fuhren zu dieser Zeit keine. Der Kutscher einer Pferdedroschke erblickte mich und bot seine Dienste an. Da aber die Droschke die gleiche Geschwindigkeit hatte wie ich ergab es keinen Sinn diese zu nutzen. Ich teilte dem Kutscher mit, dass ich seine Dienste nicht annehmen mochte. Geschlagene 15 Minuten trieb er sein Pferd neben mir her und versuchte mehr oder weniger lautstark und aggressiv mich zum Einsteigen zu bewegen. Meine Freundlichkeit ließ mit jedem Meter nach bis ich dann eine Polizeistation passierte, wo sein Treiben ein jähes Ende nahm, als ich dort meine Beschwerde vorbrachte. Er wurde augenblicklich aus dem Verkehr gezogen.

b) Ein Fährmann in Aswan nannte mir 50 LE als Preis für die Überfahrt zur Insel Elephantine. Ich diskutierte nicht mit ihm, sondern wandte mich der 30m entfernt liegenden Polizeistation zu und berichte den Vorfall. Auch dieser Mann hatte ab sofort keine weitere Aufgabe mehr.

c) Ein Taxifahrer sollte Daniela und mich vom Bahnhof in Luxor zu Tayebs Haus bringen. Wir nannten unser Ziel und die Tatsache, dass er dazu zuerst den Nil nach Süden, dann über die Brücke auf die Westseite des Nils und dort wieder nach Norden fahren müsse. Wir einigten uns per Handschlag auf einen Preis von 120 LE. Auf der anderen Seite des Nils angekommen wurde dem Fahrer bewusst, dass die Strecke länger war, als er zuvor annahm. Schon während der Fahrt begann er den Preis neu zu verhandeln, was meinerseits strikt abgelehnt wurde. Selbst am Hotel angekommen, versuchte er den Preis zu korrigieren, was aber durch mich und Tayeb weiterhin abgelehnt wurde. Es ging einfach nicht an, dass der Fahrgast für die Ortsunkenntnis des Fahrers (ich musste ihn per Navi lotsen) bezahlen soll. Am nächsten Tag fuhren wir in einem Taxi mit Taxameter die gleiche Strecke zurück und bezahlten 50 LE. Diese Tatsache macht deutlich, mit welcher Chuzpe hier versucht wird Geld abzupressen.

Insgesamt habe ich gefühlt um die 10-15 mal die allgegenwärtige Touristenpolizei während meines Aufenthalts eingeschaltet, um auf Belästigung und/oder Aggressivität aufmerksam zu machen. Schade eigentlich. Die Kaufleute scheinen nicht zu begreifen, dass sie mit ihrem Verhalten dauerhaft Kunden verlieren, weil wahrscheinlich immer weniger Touristen ins Land kommen. Komischerweise verstehen die Händler nicht, warum ich ihnen stets auf ihre Begrüßungsformel „Hello my friend“ mit einem gewissen Stoiismus antwortete, dass ich keinesfalls ihr Freund sei. Niemand macht sich über eine solche Bemerkung wirklich Gedanken.

Gastfreundschaft wird in Ägypten sehr klein geschrieben, obwohl der Koran angeblich diese als ein wesentliches Merkmal hervorhebt. Gastfreundschaft erlebt man in diesem Land nur gegen Bezahlung aber nicht aus dem Gedanken des Willkommen-Seins und der Herzlichkeit. Albanien ist ein ebenso armes Land wie Ägypten und dennoch zählt dort das Geben mehr als das Nehmen.

Die Lautstärke in diesem Land ist enorm. Wenn man sich nicht wirklich in die Wüste zurückzieht wird man permanent (!) mit 80-90 dezibel konfrontiert. Das kann man mal aushalten aber nicht permanent. Das beginnt morgen gegen 4:00 Ihr mit dem Muezzin-Geschrei, geht weiter mit dem 1/2-stündigen Zutexten von Koranversen, anschließender Kirmesmusik, die angeblich die Nationhymne Ägyptens sein soll – verbunden mit dem eigentlich gewünschten Gesang der Schulkinder zu dieser Hymne, welcher aber regelmäßig  in einen Wettbewerb ausartet wer heute lauter schreien kann. Taxigehupe tagaus – tagein. Wer nicht auf’s hupen reagiert, darf sicher sein, dass der Taxifahrer bremst, neben einem herfährt und solange um Aufmerksamkeit heischend hupt bis man endlich reagiert, nur um dann unverrichteter Dinge den nächsten Passanten zu belästigen. Anmerkung: mir kam es vor als gäbe es mehr Taxis als Privatwagen! Es ist unmöglich an Geschäften vorbei zu gehen, ohne dass sich der Händler einem provokant in den Weg stellt und lautstark seine Ware anpreist. Egal, was passiert – sobald der Bet-Termin ansteht lässt jeder alles stehen und liegen und eilt zur nächstliegenden Betstätte. Bei vielen Männern erkennt man ihre Frömmigkeit daran, dass sie einen blauen Fleck auf ihrer Stirn tragen, weil sie mit solcher Wucht ihren Kopf auf dem Boden schlagen.

Ich dachte immer Chinesen seien so laut, aber man sollte es sich nicht nehmen lassen die Ägypter auf dem Nil fahren zu hören. Besagte 90 dezibel reichen da nicht aus. Abgesehen von den voll aufgedrehten Lautsprechern, muss man dann die als Gesang bezeichneten Töne hinzu addieren plus diversen Lärminstrumenten.

Die Menschen in Ägypten scheinem einem permanenten Stress ausgeliefert zu sein – physischem als auch psychischem. Wenn man in die Augen der Menschen schaut begegnet man entweder einer tiefen Leere oder einer aggressiven Angst. Der politische, religiöse und wirtschaftliche Druck lastet auf jedem Einzelnen. Hin- und hergerissen zwischen Realität, Wünschen und Traditionsdenken erscheinen die Menschen verloren.