Banat

Von Alba Iulia (Region Transsilvanien) nach Vinga (Region Banat), 30.9.15

Die Kirche von Vinga wurde aus eigenen Pfründen im Jahr 1892 nach dem Bauplan des Architekten Eduard Reiter errichtet. Der gotische Bau erhebt sich 30 m über den Boden, an den Türmen erreicht er 63 m. Die Kirche bedeckt eine Fläche von1460 m². Die Länge beträgt 62 m, die Breite 32 m. Die Altäre stammen, ganz aus Holz geschnitzt, aus der Werkstatt des Tiroler Meisters Josef Rungaldier.
Die Ortschaft Vinga besteht schon seit 1333 (erste Urkunde). Im Jahr 1741 siedelten sich hier Bulgaren anund gründeten die Freistadt Tereziopolis – Vinga, die sich großer Privilegien erfreute. Die Siedler kamen aus dem Nordwesten Bulgariens, hauptsächich aus der Stadt Ciprovec, von wo aus sie nach dem Aufstand des Jahres 1688 wegzogen.


Timisoara (Temeswar oder Temeschburg), Region Banat, 29.9.15

In Temisoara gab es 1884 die erste Straßenbeleuchtung Europas. In Temisoara, der Geburtsstadt von Johnny Weismüller („Tarzan“) erklang 1989 der „Urschrei“ nach Freiheit: In Temeswar begann die rumänische Revolution.

Deutsch, Ungarisch, Serbisch, Englisch und vor allem Italienisch wird neben Rumänisch in der Stadt gesproochen.

1177 erstmals erwähnt, wurde Temeswar 1241 durch die Tataren zerstört. Daraufhin warb der ungarische König Bela IV. deutsche Siedler an, die das entvölkerte Land wieder aufbauten. 1316 wurde Temeswar unter König Karl Robert von Anjou sogar für 7 Jahre ungarische Hauptstadt. 1552 eroberten die Türken die Stadt, doch 1716 setzten die Habsburger unter Prinz Eugen von Savoyen der osmanischen Besatzung ein Ende. 48 Tage lang belagerte das österreichische Heer die Festung Temeswar, ehe die Osmanen am 13. Oktober 1716 die weiße Fahne hissten. Am 18. Oktober zog Prinz Eugen von Savoyen als Sieger in die Festung ein. Es folgte eine Epoche wirtschaftlicher und kultureller Blüte. 1869 wird in Temeswar die erste Pferdestraßenbahn Rumäniens und die fünfte weltweit in Betrieb genommen.

Im Dezember 1989 sprang von Temeswar der Funke der Revolution auf die anderen Städte des Landes über. Anlass: der regimekritische Pfarrer László Tökés zu dessen systemkritischen Predigten Hunderte Menschen in den Gottesdienst zu strömen pflegten, sollte versetzt werden. Seine Gemeinde stellte Schutzwachen vor seinem Haus auf, die Menschenmenge schwoll von Tag zu Tag an und sang damals das verbotene Lied „Desteapta-te, Romane!“ (Erwache, Rumänien). Die Proteste gegen die Versetzung des evangelisch-reformierten Geistlichen wurden zu Protesten gegen das Regime.

Am 16. Dezember stürmten Demonstranten das Parteigebäude. Es kam zu Zusammenstößen mit der Staatsmacht. Pfarrer Tökés wurde in seiner Kirche festegenommen. Bewaffnete Securitate-Einheiten und Militär bestimmten nun das Stadtbild. Die Menge versammelte sich vor der Oper, es kam zzu Verhaftungen. Die aufbegehrende Stadt wurde nach außen abgeriegelt. Ceausescu erließ Schießbefehl. Die Panzer rollten. Auf dem Opernplatz sprachen Revolutionäre zur Menge, es fielen Schüsse. Auf den Straßen lagen Tote. Verängstigte Bürger, die im Zentrum wohnten, lagen bäuchlings in ihren Wohnungen, wenn vor ihren Fenstern Schüsse fielen. Am 20. Dezember zogen 20.000 Menschen, vom Studenten bis zu ganzen Belegschaften von Industriebetrieben, durch die Stadt. Die Armee ließ ihre Waffen sinken. Die Menge rief siegestrunken: „Die Armee ist auf unserer Seite!“ Einen Tag später griffen die Unruhen auf das ganze Land über.

Rundgang:
Die Orthodoxe Mitropolitenkathedrale: Mit ihren 83 m ist die Kathedrale die höchste Kirche Rumäniens. Der Baustil verknüpft Elemente der altrumänischen-moldauischen Architektur. Das Innere der Kirche ist beeindruckend. Der Fußboden ist ein Mosaik im Stil der Banater Teppiche. Im Tiefgeschoss befindet sich ein Museum mit religiösen Kunstwerken.

Das Opernhaus und Theater: Das Gebäude wurde nach Plänen Wiener Architekten im elektischen Baustil errichtet. Ein Teil der Fassade und der Aufführungsraum wurden im neubyzantinischen Stil umgestaltet. Timisoara ist die einzige europäische Stadt mit drei Staatstheatern in drei verschiedenen Sprachen – Rumänisch, Deutsch, Ungarisch.

Die Synagoge: Die Synagoge ist im elektischen Baustil erbaut, mit Stilelementen der maurischen Architektur. Obwohl die Synagoge ihre ehemalige Funktion nicht mehr erfüllt, wird sie für verschiedene kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Das Barockpalais: Der Bau des Palais begann im 18. Jh. Während der Zeit hatte es mehrere Funktionen: Altes Kameralgebäude, Sitz des Zivilgouverneurs des Temescher Banats und der serbischen Wojwodina, später Sitz der Präfektur. Seit 1984 ist hier das Kunstmuseum untergebracht.

Die Theresien Bastei ist der übrig gebliebene Teil der Festung von Temeswar. Die mächtige Verteidigungsanlage hatte im 18. bis 19. Jahrhundert eine besondere strategische Rolle. Mit ihren drei Mauerringen und neun Basteien, war sie die größte im „Vauban“ Stil gebaute Festung des Landes.

Serbische Kathedrale

Der römisch-katholische Dom ist eines der wertvollsten Architekurwerke im barocken Stil aus Temeswar und aus dem Banat. Das Innere ist prächtig und beeindruckend, mit Rokokoelementen, ausgeführt von Wiener Malern und Bildhauern. Dank der besonderen Akkustik finden im Dom auch zahlreiche Konzerte statt.


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