Kambodscha

Reiseveranstalter

East-West-Travel


Phnom Penh 21. bis 27.2.17

Ich reise mit dem Bus von von Saigon aus nach Kambodscha. Eine ca. 5-stündige Reise.  Abgesehen von dem unguten Gefühl meinen Reisepass dem Buspersonal auszuhändigen verlief die Reise völlig unproblematisch. Auf Booking.com habe ich mich für das Billabong Hotel/Hostel entschieden. Man bekommt eine gute Mischung aus relativ preiswertem Hostel und der Annehmlichkeit eines Hotels. So kann man ein ausgezeichnetes Frühlstück vom Buffet und den hoteleigenen Pool genießen. Bei den Tagestemperaturen sehr angenehm.

„Phnom Penh – der Name allein klingt exotisch. Die leuchtenden Spitzen des Königspalastes, die safranfarbenen Gewänder der Mönche und eine herrliche Lage am Ufer  des mächtigen Mekong – hier findet man das Asien, von dem man immer geträumt hat.“ So beschreibt ein Reiseführer in kurzen Worten diese Stadt. Als Besucher habe ich einen  gänzlich anderen Eindruck bekommen.

Als junger Erwachsener verfolgte ich in den 70er Jahren in den Nachrichten die politische Lage in Kambodscha. Aus der Ferne klangen diese Nachrichten einfach nur schrecklich.  Heute in Phnom Penh zu sein und Gedenkstätten zu besuchen, an denen so viele Menschen gefoltert und hingerichtet wurden, treibt mir auch 40 Jahre später noch die Tränen in die Augen.  Wen wundert es, wenn die Aufarbeitung der Schreckensherrschaft der Roten Khmer (1975-79) bis heute nicht abgeschlossen ist. Das Land wünscht sich Pluralismus, Fortschritt und Wohlstand leidet aber immer noch unter Einschüchterung, Straflosigkeit und Unrecht.

Obwohl an den US-Dollar gebunden existiert im täglichen Leben eine zweite Währung, der Kambodschanische Riel (1 USD = 4050 KHR). Die Menschen sind bitterarm. Der Dollar macht sie arm, denn die Einkünfte erfolgen in KHR, das tägliche Leben wird jedoch in USD abgerechnet. Insbesondere in Phnom Penh ist es für Ausländer schwierig der Armut aus dem Weg zu gehen. Das zeigt sich zum einen an der enormen Zahl der Bettelden aber auch in der Tatsache, das scheinbar jeder Mensch (egal ob männlich oder weiblich, unabhängig vom Alter) bereit ist, seinen Körper zu verkaufen. Egal ob auf der Strasse oder in Restaurants mit offenen Terrassen: völlig ungeniert wird man angesprochen, ob man mit demjenigen Sex haben möchte. Im Gegensatz zu Pattaya (Thailand), wo ganz offensichtlich das waagerechte Gewerbe zum Alltag gehört, handelt es sich hier nicht im klassischen Sinn um „Gewerbetreibende“, sondern um Menschen, die es der Armut wegen machen (müssen). Bezahlte Jobs sind Mangelware. Man nimmt was man ergattern kann. Die Bezahlung ist schlecht und etliche Familien sind gezwungen ihren Haushalt auf der Straße  zu führen. Wohl dem, der einem Kloster angehört und zumindest ein Dach über dem Kopf hat. Trotz der Armut werden auch diese Menschen immer noch „durchgefüttert“.

1975 wurde die einstige Tuol-Svay-Schule von Pol Pots Sicherheitsdienst eingenommen und in das Sicherheitsgefängnis 21 (S 21) umgewandelt. Es war das größte Zuchthaus des Landes, in dem unzählige Menschen gefoltert wurden. Zeitweise starben hier täglich 100 Menschen.
Im S21 ist heute das Tuol-Sleng-Museum untergebracht, das  als Zeuge der Verbrechen der Roten Khmer dient. Wie die Nazis hielten auch die Roten Khmer ihre Gräueltaten minutiös fest; so wurde jeder Insasse des S 21 fotografiert, manchmal vor und auch nach der Folter. Heute sind auf den geisterhaften langen Fluren des Museums bewegende Fotos  der Opfer ausgestellt, deren Gesichter die grausame Vergangenheit widerspiegeln – kein Ort für Zartbesaitete.

Ein Großteil der 17000 Insassen des S21-Gefängnises wurde in Choeung Ek, (Killing Fields) 14 km südwestlich von Phnom Penh, hingerichtet. Um wertvolle Gewehrkugeln zu sparen, prügelte man die Häftlinge oft zu Tode. Bei einem Spaziergang  durch die friedlichen, schattigen ehemaligen Obstgärten kann man sich kaum vorstellen, welche Brutalität hier einst wütete. An die Vergangenheit erinnert ein Gedenkstupa, in dem über 8000 Schädel von Opfern und ihre zerlumpten Kleider zu sehen sind.

Wat Saravan ist ein Kloster, im Nordwesten des Königspalastes. Man sagt, es bewahre 3400 Manuskripte  auf, was bedeuten würde, dass es damit zu einer der größten Bibliothek des Landes gehören würde.

Das Nationalmuseum beherbergt eine der schönsten Sammlungen von Khmer-Skulpturen der Welt, die von wahrhaft meisterlichem Design zeugen. das Museum ist  in einem eleganten, traditionellen Terrakottabau (1917-1920) untergebracht.

„Der Königspalast von Phnom Penh wurde 1813 erbaut und im Zuge der Regentschaft immer mal wieder erweitert bzw. einzelne Gebäude hinzugefügt. Er liegt recht zentral in unmittelbarer Nähe zur Riverfront am Sisowath Quay und direkt neben dem Nationalmuseum.
Im Gegensatz zu vielen anderen Königspalästen besteht der Königspalast von Phnom Penh nicht aus einem großen Gebäude sondern aus vielen eher kleineren Gebäuden. Hier ist vor allem der 1919 unter französischer Kolonialherrschaft erbaute Thronsaal zu nennen. Dieser dient heute als repräsentativer Rahmen für Staatsempfänge der kambodschanischen Regierung. Stilistisch inspiriert durch den „Bayon Tempel“ sind die Kunstwerke im Inneren leider durch die Roten Khmer während ihrer Herrschaft zerstört worden.
Der Pavillon „Chan Chaya“ an der Straßenfront ist das zentrale Eingangstor, durch das königliche Gäste das Gelände betraten, heute wird es nur bei offiziellen Anlässen benutzt. Auf dem offenen Bereich darüber werden manchmal Aufführungen dargeboten.
Neben der königlichen Schatzkammer fällt ein Gebäude ins Auge, welches hier nicht recht hinzupassen scheint. Es handelt sich bei diesem erkennbar im französischen Stil errichteten Gebäude auch um ein Geschenk Napoleon III an den damaligen kambodschanischen König…..“ (Quelle: http://www.trivago.de)

 

In einem separaten direkt an den eigentlichen Königspalast angrenzenden Gelände befindet sich die Silberpagode. Diese bezieht ihren Namen aus dem Umstand, daß der Fußboden dieser Pagode mit 5000 Silberfliesen bedeckt ist. Erbaut 1892 unter König Norodom ist sie eines der wenigen Bauwerke die von den Roten Khmer weitestgehend verschont geblieben sind. Im Inneren thront ein lebensgroßer goldener Buddha, der mit über 9500 Diamanten dekoriert ist. Er wurde Anfang des 20 Jahrhunderts in den königlichen Werkstätten hergestellt. Umschlossen wird der Bereich der Silberpagode von einem überdachen Wandelgang an dessen Wand sich das hinduistische Ramayana Epos befindet.
Außerdem befindet sich auf dem Gelände der Silberpagode u.a. eine Reiterstandbild von König Norodom, mehrere Schreine (u.a. von König Norodom Sumramarit, von König Ang Duong und von einer Tochter König Sihanouks) und mehrere Stupas…“ (Quelle: http://www.trivago.de)

Am Tonle Sap

Sihanouville Otres 27. 2. bis 1.3.17

Das von weißen Sandstränden und bisher noch relativ unerschlossenen tropischen Inseln umgebene Sihanoukville gilt als Kambodschas führender Badeort. Rucksacktouristen bevorzugen die Partyzone des Serendipity Beach, doch ist der wunderschöne Otres Beach südlich der Stadt inzwischen ebenso beliebt bei  allen, die Entspannung suchen. Die südlichen Inseln vor Sihanoukville dienen mittlerweile als Paradies für Aussteiger

Hostel Mom’s Kitchen in the Village. Als Entspannunng suchender wähle ich Otres und wohne im Hostel „Mom’s Kitchen in the Village“. Was das Hostel betrifft, ein großer Fehler:

Mein Zimmer bzw. mein Bretterverschlag oberhalb eines Pfahlbaus vermittelt  einem Erdbebenfeeling, da der Bau permanent schwanckt. Im Raum mit den Maßen 2.30 x 1.80 steht ein Bett mit einer altersschwachen Matratze, die einen jede einzelne Sprungfeder spüren lässt. Keine Steckdose! Dafür ein Ventilator, der mit dem Lichtschalter gekoppelt ist. Das heißt, schaltet man das Licht des nachts aus, dann ist auch der Fan ausgeschaltet. Sehr praktisch in einem tropischen Land wie Kambodscha. Das Handy aufladen ist in diesem Raum nicht möglich. Ich trage mein Missfallen vor. Daraufhin hat man mich für jene Nacht in einen anderen Raum verlegt. Dieser ist mit einem Doppelbett, einem Schrank ohne Bügel, einem TV sowie mit einer Klimanalage (gegen Aufpreis) ausgestattet. Der Boden ist sandig. Die Tür undicht, es gibt mit Klopapier ausgestopfte Fugen. Die Fenster sind undicht, so dass der nächtliche Regen in den Raum lief. Man sagte mir ich bekäme den Raum für diese Nacht zum gleichen – Preis: 6.00 USD. Am nächsten Tag sollte eine Lösung durch den Manager gefunden werden. Im weiteren Rundgang durch die Anlage runden die unsauberen Aussentoiletten sowie Kaltwasserduschen meinen Eindruck ab. Am Abend ist an Schlaf nicht zu denken, denn man darf sich lautstarke Musik bis 23.00 Uhr anhören. Das unfreundliche, arrogante und freiwillig hier arbeitende Personal schien nur eines im Sinn zu haben: seine eigenen Parties mit reichlich Hasch und Alkohol zu feiern. Das Wohlergehen der Gäste steht jedenfalls nicht zur Debatte!

Die in  Aussicht gestellte Lösung sah dann so aus, dass man einen Aufpreis für die 2. Nacht von 9.00 USD verlangte. Gleichzeitig stellte man mir frei, zu gehen, was jedoch nicht mit einer Erstattung der bereits gezahlten 6,00 USD einher gehen würde.  Man sagte, diese Unterkunft sei im Entstehen. Mein Argument, dass selbst 6.00 USD für den Bretterverschlag zu viel wären wollte man nicht hören. Ich blieb also eine weitere Nacht und traf am nächsten Morgen den Eigentümer, der sich zwar meine Einwände anhörte, Besserung gelobte aber nichtsdestotrotz zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit war.

Sihanoukvilles alter Name lautet „Kompong Som“. Bereits zur Kolonialzeit Frankreichs war Kompong Som neben der kleinen Küstenstadt Kep, damals als die „Côte d’Azur“ Kambodschas bezeichnet, ein beliebtes Erholungsziel. Relikte französischer Kolonialvillen erinnern noch heute an diese Zeit.

Kurz nach der Machtübernahme der Roten Khmer kam es im Mai 1975 südlich von Sihanoukville bei der Insel Koh Tang zu einem militärischen Zwischenfall mit den USA: Die Roten Khmer hatten das US-Containerschiff  Mayaguez aufgebracht und seine 39 Besatzungsmitglieder gefangen genommen. US-Präsident Gerald Ford und Außenminister Henry Kissinger befahlen daraufhin eine Befreiungsaktion, die jedoch nicht erfolgreich verlief. Hubschrauber von der US-Luftwaffenbasis   Utapao (nahe Pattaya) landeten auf der Insel Koh Tang, um die US-Amerikaner zu befreien. Diese waren von den Roten Khmer jedoch bereits freigelassen worden. Bei Feuergefechten starben 15 US-Marineinfanteristen. Als Vergeltung für das missglückte Befreiungsmanöver der USA ließ Ford den Ölhafen von Sihanoukville und den Militärflugplatz Ream bombardieren.

1994 wurden in einem Eisenbahnzug auf der Strecke von Phnom Penh nach Sihanoukville nahe der Stadt Kampot drei westliche Rucksack-Touristen von Soldaten der Roten Khmer entführt. Als sich die kambodschanischen Behörden weigerten, das geforderte Lösegeld zu zahlen, wurden die Geiseln von den Entführern ermordet.

Einer der größten Giftmüll-Skandale in der Geschichte Kambodschas sorgte im Dezember 1998 für Schlagzeilen: Das taiwanischeUnternehmen Formosa Plastics hatte 3000 Tonnen schwermetallbelasteten Müll zehn Kilometer außerhalb von Sihanoukville deponiert. Beim Entladen und Säubern des Schiffes waren fünf Arbeiter ums Leben gekommen. Als bekannt wurde, dass es sich bei der Schiffsladung um toxische Abfälle handelte, flohen mehrere Tausend Bewohner panikartig aus der Stadt. Vor dem Hintergrund des Widerstandes der Stadtbewohner musste das Unternehmen seinen giftigen Müll 1999 schließlich wieder re-exportieren. Der Giftmüll wurde nach Westmorland in Kalifornien (USA) verschifft.

Auf dem Markt von Sihanoukville treffe ich Sebastian. Schnell kommen wir ins Gespräch und beschließen spontan gemeinsam den Kbal Chhay Waterfall zu besuchen. Da wir beide mit dem Motorroller unterwegs sind, erreichen wir in einer halben Stunde unserer Ziel. Von der Hauptstrasse führt ein roter Schotter- oder auch Sandweg zum Wasserfall. Ein schöner und erfrischender Ausflug an diesem Tag.

Koh Rong Sanloem
Höhepunkt sollte mein Inselurlaub auf Koh Rong Sanloem (1.3. bis 6.3.17) sein. Es handelt sich dabei um eine kleine Schwester der Hauptinsel Koh Rong, der Partyinsel schlechthin. Hier auf Sanloem geht es gemütlich zu. Nach meinem schlechten Aufenthalt in Otres war ich neugierig auf meine hiesige Unterkunft. Der Schock war groß, dass es tatsächlich noch schlechter sein konnte. Fast fluchtartig verließ ich diese Unterkunft und informierte Booking.com  über die Zustände in diesem Haus. Booking.com akzeptierte die Stornierung und ich suchte mir eine neue Bleibe, die ich im Hostel „Barracuda Bunkhouse“ fand. Dem Hostel  ist das kleine Restaurant „Bagaganus“ angeschlossen. Hier lebt  Leo und seine freiwilligen Helfer. Eigentlich wollte ich nur drei Tage auf der Insel verbringen. Letztlich blieb ich sieben. Wer hierher kommt, erwartet keine Parties, sondern Einfachheit und Ruhe, Entspannung. Direkt vom Bunkhouse kann man ins Meer gleiten. Anschließend essen und trinken in Leo’s türkischem Restaurant. Tauchen und schnorcheln ist das Hauptthema auf der Insel. Ansonsten heißt es abhängen. Das Bunkhouse bietet Dorms. Sehr einfach ausgestattet aber jedes Bett hat sein Moskitonetz. Auf der Veranda kann man sich unterhalten und Drinks zu sich nehmen. Wertsachen bewahrt Leo auf. Wer was Handfesten braucht wählt zwischen Startern, Snacks Sandwiches und Main Dishes im Restaurant. Die Preise sind zivil. Alles wird stets frisch zubereitet. Keine Konserven.

Wer diese Insel besucht muss sich im Klaren sein, dass die hygienischen Zustände nicht berauschend sind. Das bedeutet inbesondere, dass Wasser knapp ist. Morgens zwischen 7:30 und 9:00 gibt es fließendes Wasser. In dieser Zeit muss man zusehen, dass man seine Dusche und seinen Toilettengang absolviert. Das geschieht nicht etwa in der Unterkunft, sondern am zentralen Toilettenhäuschen. Mit anderen Worten man ist dort nicht allein, sondern muss sich einreihen in die Wartenden. Mit etwas Pech hat man schlechte Karten und das Wasser ist wieder abgestellt, wenn man gerade seinen Geschäften nachgeht. Den Rest des Tages muss man sich mit Wasserflaschen behelfen – kochen, waschen, Klo eben alles! So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich einen netten, renitenten Pilz als Souvenir nach Deutschland brachte, der mich geraume Zeit in Trab hielt.

Schnorchelausflug  170302

Wieder auf dem Festland fahre ich nach Kampot (6.3. bis 13.3.17). Das charmante kleine städtchen wartet mit einer schönen Flusskulisse und alten französischen gebäuden aus dem 19. Jh. auf. Der Ort war einst ein wichtiger Seehafen am Mekong-Delta. heute ist die region bekannt für ihre pfefferplantagen und die Durian-Früchte.

 

Unweit von Kampot befindet sich die White Elephant Cave. Die Höhle befindet neben einer schönen Pagode. Wer die Treppen zur Höhle erklimmt wird oben mit einem tollen Ausblick belohnt. In der Höhle befindet sich ein kleiner Schrein, welcher sich auf einem Stein befindet, der im Ansatz die Form eines Elefanten besitzt.

Der Badeort Kep besteht hauptsächlich aus einer kleinen Halbinsel mit Blick auf den Bokor-Nationalpark. Der Ort ist berühmt für seine Meeresfrüchte- und Fischgerichte. Wer etwas abseits des Trubels spazieren geht entdeckt ein kleines Mangrovenwäldchen mit netten Fotomotiven.

Der Bokor Nationalpark  beherbergt auf 1581 km² eine beeindruckende Tierwelt (Leoparden, Elefanten, Makaken, Bären, Gibbons, Plumploris und Schuppentiere) und in den üppigen Primärwäldern herrscht ein erfrischend kühles Klima. Er ist aber vor allem für die französische Bergstation und ihr großes, vierstöckiges Hotel Bokor Palace, das 1925 eröffnete bekannt, die in den 1920er Jahren auf dem Phnom Bokor (1080 m) errichtet wurde. Doch sie wurde in den 1970er Jahren verlassen, als die Roten Khmer in die Region vorrückten. Daraufhin verwandelten sich die einst prächtigen Gebäude in unheimliche, fensterlose Ruinen. Das hässliche Casino auf dem Gipfel läuft der eigentlichen Attraktion mittlerweile den Rang ab.

Überquere den Fluss in Kampot, biege nach rechts ab und folge der Sand- oder Schotterstrasse. Nach ungefähr 7 km erreicht man eine versteckte äußerst friedliche und schöne Gegend in dieser Provinz. Hier befindet sich auch „La Plantation“ eine Pfefferplantage, die mir manches Staunen entlockte. So zum Beispiel habe ich noch nie etwas von Stangenpfeffer gehört. Aber auch Chili und Bananen werden hier angepflanzt.

 

La Plantation

Abschluß meines Kambodschabesuchs war – wie sollte es anderes sein – Siem Reap mit seinem Angkor Wat am 16.3.17. Mit einem holländischen Buddy nahm ich mir ein Tuk-Tuk, welches uns den lieben langen Tag durch die Anlage fuhr.

Erste Station auf dem riesigen Gelände war der Kravan Tempel, welcher dem  Hindu-Gott Vishnu geweiht war. Er wurde im Stil von Koh Ker (921-944) erbaut und im Jahre 921 eingeweiht. Er ist einer der letzten großen Ziegelbauten und gehört noch zu einer von Indravarman I. begonnenen Kunstrichtung. Prasat Kravan kann mit „Heiligtum des Kardamom“ übersetzt werden, was darauf hindeutet, dass der Tempel nach einem Baum benannt wurde, der dort gestanden hat.

Prasat Kravan besteht aus fünf Cella, die nebeneinander auf einer Plinthe in Nord-Süd-Richtung stehen. Alle fünf Heiligtümer sind nach Osten geöffnet, wobei nur beim mittleren und dem südlichen der Überbau erhalten ist. Er besitzt mehrere Reliefs und Reste einer Ausmalung. Die Turmheiligtümer der Indravarman-Epoche besitzen in der Regel keinen Innenschmuck, doch der Prasat Kravan macht eine Ausnahme, der mittlere Turm besitzt innen Reliefs, die direkt in das Mauerwerk gemeißelt wurden. Die Reliefs zeigen mehrere Darstellungen von Vishnu und im Nordturm von Lakshmi, Vishnus Frau.

Danach ging’s am Srah Srang mit See vorbei zum….

…… Banteay Kdei, ein Klosterkomplex aus der Mitte des 12. bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts unter König Jayavarman VII. (1181–1220). Der Bau ähnelt dem Ta Prohm, ist aber weniger verziert und kleiner. Wegen der schlechten Bauweise und des brüchigen Sandsteins ist er heute in schlechtem Zustand.

König Jayavarman VII. ließ ihn als ersten der drei Klosterkomplexe (vor Ta Prohm und Neak Pean) in Angkor für seinen Lehrer errichten.

Der Gebäudekomplex Ta Prohm ist eine aufgegebene Tempelanlage welche aus Tempel, Kloster, weiteren kleineren Gebäuden besteht, umgeben von einer Mauer mit Ecktürmen und Gopurams (Eingangspavillons).

Errichtet wurde Ta Prohm vom späten 12. bis hinein ins 13. Jahrhundert unter der Regentschaft von König Jayavarman VII. Spätere Erweiterungen erfolgten unter König Indravarman II. Der ursprüngliche Name lautete „Rajavihara“ (Sanskrit), was auch die Verwendung bezeichnete: das königliche Kloster. Obwohl Jayavarman VII. und auch seine Mutter, der er die Anlage widmete, Buddhisten waren, findet sich in Ta Prohm eine Vielzahl von Reliefs mit Darstellungen aus der hinduistischen Mythologie (Krishna, Vishnu, aus dem Ramayana u. a.). Nach der Fertigstellung wurden in den Heiligtümern 260 Götter und Göttinnen verehrt. Die Weihung des Tempels erfolgte 1186 zu Ehren von Prajnaparamita, dem buddhistischen Konzept der „Perfektion der Weisheit“. Wie viele der Tempelanlagen in Angkor ist Ta Prohm damit ein Beispiel für den Synkretismus der damaligen Khmer-Bevölkerung.

Eine bemerkenswerte Darstellung zeigt den Aufbruch von Siddhartha Gautama, dem zukünftigen Buddha, aus dem Haus seiner Eltern und seiner Heimatstadt. Er reitet auf einem Pferd, wobei viele Götter dessen Beine tragen, um den Lärm der Hufe zu dämpfen, so dass Gautama unbemerkt seine Suche beginnen kann.

Die äußere Begrenzungsmauer der Anlage umschließt ein Gebiet von etwa 60 Hektar, wovon der Tempel und die ihn umgebenden Gebäude nur einem Hektar einnehmen. Jenseits der äußeren Mauer befanden sich rund 3.140 Dörfer mit insgesamt 80.000 Bewohnern. Auf dem Gelände selbst lebten vor allem Mönche. Eine Tempelinschrift gibt ihre Zahl mit 12.640 an.

Wie überall in Angkor waren aus Stein gebaute Gebäude religiösen Zwecken vorbehalten. Die Menschen, auch der König, lebten in Häusern aus Holz. Das ist auch der Grund, weshalb nur die Tempelanlagen die Jahrhunderte überstanden, während alle weltlichen Gebäude dem tropisch-feuchten Klima zum Opfer fielen.

Ta Prohm wurde im frühen Bayon-Stil errichtet, dessen auffälligstes Merkmal Türme mit oft mehrere Meter hohen Gesichtern des Bodhisattva   Lokeshvara sind.

Eine besondere Stellung unter den Tempelanlagen von Angkor und in den Plänen von Besuchern nimmt Ta Prohm wegen des halbverfallenen Zustandes ein. Die Restauratoren und Architekten der École française d’Extrême-Orient (EFEO), die ersten, die in der Neuzeit begannen, die Tempel zu restaurieren, beschlossen, einen Tempel in dem Zustand zu belassen, in dem sie ihn vorfanden. Die Wahl fiel auf Ta Prohm. Die Vegetation und die herabgefallenen Mauersteine wurden nur soweit entfernt und gesichert, dass es Besuchern möglich ist, die Anlage zu begehen. Besonders eindrucksvoll sind die Würgefeigen (Ficus virens) und die noch größeren Tetrameles nudiflora, deren Wurzeln ganze Gebäude überwachsen.

Die Ruinen dienten als Kulisse für den Film Lara Croft: Tomb Raider.

 

Fünfte Station: Pre Rup. Der Shiva geweihte Pyramidentempel ist der bedeutendste Angkortempel des 10. Jahrhunderts.

Als Jayavarman IV. im Jahr 928 König des gesamten Khmer-Reichs wurde, verlegte er die Hauptstadt des Angkorreichs etwa 100 km weit in Richtung Nordosten nach Koh Ker. Auch dessen Nachfolger Harshavarman II. (941 – 944) residierte in Koh Ker. König Rajendravarman II.(Regierungszeit 944–968), ein Cousin Harshavarmans II., zog zurück nach Angkor, aber nicht an den Phnom Bakheng, sondern wenige Kilometer entfernt an den Östlichen Baray. Er ließ die einstige Hauptstadt Yasodharapura restaurieren und den Insel-Tempel Östlicher Mebon errichten, der 952 eingeweiht wurde. Neun Jahre später und 500 m südlich davon, wurde sein Staats-Tempel, der Pyramidentempel Pre Rup eingeweiht. Dieser besitzt einen ähnlichen Bauplan wie der Östliche Mebon, ist aber komplexer und prächtiger. 

Vom Osten her führt ein heute weitgehend von der vorbeiführenden Straße verdrängter Dammweg an das Bauwerk heran. Auf einer Grundfläche von 127 auf 117 m schichten sich eine zweistufige Terrasse und eine dreistufige steile Pyramide (Höhe 12 m), darauf erheben sich fünf Prasat genannte Türme, im Quincunx angeordnet, also wie die fünf Punkte auf einer Würfelfläche. Die Baumaterialien, von unten nach oben, sind Laterit, Sandstein und Backstein.

Aus den vier Haupthimmelsrichtungen erblickt man die vier Seiten der Anlage und steigt jeweils mittig über mit Absätzen versehene Treppen auf den zentralen, deutlich erhöhten Turm zu. Diese Architektur symbolisiert in ihrer Ausrichtung Harmonie mit Erde und Himmel, in ihrem Aufbau den ins Zentrum und nach oben führenden Weg zu den Göttern, die auf dem Berg Meru wohnen

Weitere Elemente sind insbesondere fünf Ziegeltürme und eine Kette von Hallen auf der unteren Terrassenstufe, zwei so genannte Bibliotheken und weitere Bauten auf der oberen Terrassenstufe sowie zwölf kleinere Türme auf der untersten Pyramidenstufe.

Pre Rup ist wegen seiner stimmigen und stilbildenden Architektur bedeutend, nicht wegen seines Bauschmucks. Die Qualität der Sandsteinreliefs und der wenigen erhaltenen Stuckarbeiten an den Türmen ist jedoch durchweg beachtlich. Die Ecken des zentralen Turms und der Osttürme sind mit männlichen, die Ecken der Westtürme mit weiblichen Wächterfiguren versehen. Der Südwestturm zeigt Brahmi, das weibliche Prinzip Brahmas (vier Köpfe, vier Arme), und Varahi, eine weibliche Inkarnation Vishnus  (Wildschweinkopf).

Der buddhistische Tempel Ta Som wurde 1190–1210 unter Jayavarman VII.(regierte 1181–1220) erbaut und während der Regentschaft von Indravarman II. (regierte 1220–1243) erweitert. Als typischer Flachtempel mit dreifacher Einfassung ist er eine „vereinfachte Miniaturversion“ (nach Freeman, Jacques) des Ta-Prohm-Tempels. Reizvoll ist die hiesige Dschungelatmosphäre und der östliche Gopuram (Gesichterturm) mit Würgefeige. Weite Teile der Anlage sind Ruinen, die noch immer teilweise von der Vegetation überwuchert sind.

1992 erklärte die UNESCO den archäologischen Park von Angkor, und damit auch den sich innerhalb dieses Parks befindlichen Ta-Som-Tempel, zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Neak Pean ist eine künstliche Insel im Zentrum des Nördlichen Baray, eines künstlichen Staubeckens. Das im Bauschaffen der Khmer einmalige Ensemble entstand Ende des 12. Jahrhunderts unter König Jayavarman VII.

Weil der Nördliche Baray ab 2007 instand gesetzt wurde, liegt die quadratische Insel heute wieder in der Mitte einer rechteckigen, ausgedehnten Wasserfläche. Die Gesamtform des Baray ist vom Erdboden aus schwer zu erahnen, aus der Luft allerdings gut zu sehen (3500 auf 900 m, mit nach Westen und Osten ausgerichteten Schmalseiten). Die Insel ist 350 auf 350 m groß und trägt kreuzförmig gruppierte Wasserbecken. Das Wasserbecken-Arrangement bestand früher aus einem zentralen Becken, 70 auf 70 m, vier an den Seiten angefügten Becken, jeweils 25 auf 25 m, und einem Kranz von weiteren acht Becken; die letztgenannten sind nicht erhalten. Inmitten des inneren Beckens erhebt sich stufig eine kreisrunde Insel (Durchmesser 14 m), gekrönt von einem im Grundriss kreuzförmigen Prasat, einem Tempelturm. Die Baumaterialien, von unten nach oben, sind  Laterit  und Sandstein. Das Ufer der inneren Tempelinsel zieren Darstellungen zweier Naga – daher der (moderne) Name Neak Pean („ineinandergewundene Schlangen“). Den Fuß des Tempelturms umgeben Abstraktionen sich öffnender Lotusblütenblätter, das Heiligtum selbst erinnert an eine emporstrebende Lotusknospe. Scheintüren und Giebelfelder tragen buddhistischen Reliefschmuck.

Unmittelbar östlich des Tempelturms, auf einem Dammweg, steht eine Sandsteinplastik des Pferdes Balaha, einer Inkarnation des Bodhisattva Lokeshvara. Die vier peripheren Becken liegen etwas tiefer als das zentrale Becken; mit diesem sind sie durch vier Brunnenkammern verbunden; als Wasserspeier dient im Osten ein Menschenkopf, im Süden ein Löwenkopf, im Westen ein Pferdekopf und im Norden ein Elefantenkopf. Vermutlich symbolisiert das Ensemble den auf dem Himalaja gelegenen See Ananvatapta, dessen glückbringendes Wasser sich in die vier heiligen Ströme Ganges, Indus, Oxus und Tarim ergießt – ursprünglich hieß die Anlage Rajyasri(„Glück des Königreiches“). In allen vier Ecken der Insel standen einmal kleine Elefantenplastiken – nur das Exemplar im Südosten ist erhalten. Vier Treppen, eigentlich Anlegestellen, markieren die vier Haupthimmelsrichtungen.

Die buddhistische Tempelanlage Preah Khan („Heiliges Schwert“) ist vermutlich das Relikt einer provisorischen Angkor-Hauptstadt. Der verhältnismäßig gut erhaltene Komplex aus dem späten 12. Jahrhundert zählt zu den formenreichsten und bedeutendsten Flachtempeln des Kulturkreises.

Im Jahr 1181 gelang es den Khmer-Truppen, die Cham aus dem Angkorgebiet zurückzuschlagen. Der erfolgreiche Heerführer bestieg als Jayavarman VII. den Königsthron und begann umgehend ein ehrgeiziges Bauprogramm: Insbesondere verantwortete er den Nördlichen Baray oder Baray von Preah Khan (einen 3500 auf 900 m großen, heute trockenen Wasserspeicher), den Ahnentempel Ta Prohm (in Erinnerung an seine Mutter), den Ahnentempel Preah Khan (in Erinnerung an seinen Vater) und die neue Hauptstadt Angkor Thom mit dem Staatstempel Bayon. Bis zur Fertigstellung von Angkor Thom diente vermutlich das nordwestlich gelegene, fast angrenzende Preah Khan als provisorische Hauptstadt. Alte Quellen legen nahe, dass hier eine wichtige Schlacht stattgefunden hatte, in deren Verlauf der König der Cham getötet worden war. Nur wenige Jahre später soll das Areal schon mehrere buddhistische Klöster und eine buddhistische Universität mit über 1000 Lehrern beherbergt haben; jedenfalls war Preah Khan weit mehr als ein Tempel: eine Stadt von beachtlicher Größe.

Mitte des 13. Jahrhunderts, unter König Jayarvaman VIII., wurde der Komplex vorübergehend hinduisiert, die Buddha-Statuen und -Reliefs wurden zerstört oder umgemeißelt. Im 20. Jahrhundert begannen gründliche Restaurierungsarbeiten. Diese konnten allerdings nur die Steinbauten und -ruinen betreffen, denn nach fast einem Jahrtausend waren die Holzbauten so gut wie spurlos verschwunden.

Vom Osten her führt ein Dammweg an die Einfriedung der Stadt heran. Hinter uns liegt der Nördliche Baray: die gestufte Terrasse der Anlegestelle, die bewaldete Fläche des ehemaligen Wasserspeichers und in deren Mitte, fast 2 km entfernt, die Tempelinsel Neak Pean. Vor uns liegt die Schmalseite der rechteckigen, 750 auf 900 m messenden Stadtanlage. Die äußere Umfassungsmauer besitzt in jeder Haupthimmelsrichtung einen Torbau (Gopura) und ist von einem Wassergraben umgeben.

Der Weg führt durch das Osttor hindurch in das ehemalige Stadtgebiet, heute eine weitgehend freie Fläche. Nach 200 m liegt rechts das erst kürzlich restaurierte „Haus des Feuers“, eine von 121 gleichartigen Kapellen, die Jayavarman VII. an den Hauptstraßen des Reiches bauen ließ. Nach weiteren 200 m erreichen wir die nächste Umfassungsmauer, 175 auf 200 m, wiederum mit vier Torbauten. Jenseits finden sich zahlreiche erhaltene Gebäude, links und rechts des Weges z. B. die „Halle der Tänzerinnen“, nördlich davon eine bemerkenswerte, fast griechisch anmutende zweistöckige Säulenhalle: eine Nachahmung typischer Khmer-Holzbauten in Stein, wohl ein ehemaliger Reisspeicher.

Weitere zwei Umfassungsmauern folgen, die ziemlich dicht beieinander stehen: Die eine misst 76 auf 85, die andere 55 auf 62 m. Nun betreten wie einen im Grundriss kreuzförmigen Bau. Wo sich die vier langen, durch zahlreiche unterschiedlich dimensionierte Türöffnungen führenden, aber Durchsicht gewährenden Korridore treffen, befindet sich das zentrale Heiligtum, der so genannte Prasat; seit etwa dem 16. Jahrhundert beherbergt er einen kleinen Stupa. Die Anordnung der dicht an dicht stehenden, teils später entstandenen Gebäude in den vier Eckbereichen des inneren Tempelbezirks, den so genannten Viertelhöfen, ist verwirrend.

Der Weg von hier zum äußeren Westtor ist vergleichsweise kurz, denn der Tempel, die drei inneren Umfassungsmauern und zugleich das äußere Nord- und Südtor sind etwas westwärts verlagert.

Neben den bereits erwähnten umgemeißelten Buddhastatuen und -reliefs weist Preah Khan eine Vielzahl hervorragend gearbeiteter Sandsteinarbeiten:  Nagabalustraden und Löwen an der Anlegestelle, Riesenbalustraden vor dem Osttor (vergleiche Angkor Thom), 72 Garudareliefs ringsum an der Außenseite der Stadtmauer (alle 50 m, je 5 m hoch, an den Ecken noch höher), Apsarafriese in der Halle der Tänzerinnen, am nördlichen Satellitentempel ein ruhender Vishnu, am Nordtor zwei große Dvarapala.

Der Bayon (ursprünglich Madhyadri) ist neben dem Angkor Wat die bekannteste und eindrucksvollste Tempelanlage in Angkor. Berühmt vor allem wegen seiner Türme mit meterhohen, aus Stein gemeißelten Gesichtern.

Im späten 12. Jahrhundert begann König Jayavarman VII. (regierte von 1181 bis ca. 1219) mit dem Bau der neuen Hauptstadt des Khmer-Reiches, Angkor Thom (große Stadt). Im Zentrum der 9 km² großen, von einer Mauer umgebenen, etwa 1 km nördlich von Angkor Wat beginnenden Stadt wurde der Bayon als Haupttempel errichtet. Seit dem 15. Jahrhundert, als das Reich der Khmer vom aufstrebenden Thai-Königreich Ayutthaya besiegt und Angkor verlassen worden war, geriet auch Angkor Thom und damit der Bayon weitgehend in Vergessenheit. Zwar war das Gebiet von Angkor auch weiterhin bewohnt und wurde landwirtschaftlich genutzt, die meisten Tempel außer dem Angkor Wat wurden aber kaum mehr besucht und vom tropischen Wald überwuchert.

Ende des 19. Jahrhunderts erwachte das Interesse europäischer Wissenschaftler und in der Folge auch der europäischen Öffentlichkeit (siehe auch: Henri Mouhot) an diesem Teil des französischen Kolonialreiches in Indochina. Die archäologischen Arbeiten wurden allerdings wegen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, des Indochinakrieges, des auf Kambodscha übergreifenden Vietnamkrieges und schließlich der Machtergreifung der Roten Khmer für Jahrzehnte unterbrochen.

Seit den späten 1980er Jahren, nach dem Ende der Herrschaft der Roten Khmer und der vietnamesischen Besatzung, wurde der Bayon, wie die anderen Tempelanlagen in Angkor, wieder weitgehend restauriert (siehe auch Anastilosis). Beteiligt sind daran, koordiniert vom International Coordinating Committee (ICC) der UNESCO, Archäologen des kambodschanischen Instituts Authority for the Protection and Management of Angkor and the Region of Siem Reap (APSARA), der französischen École française d’Extrême-Orient, des deutschen German Apsara Conservation Project (GACP) und der FH Köln, sowie das Japanese Government Team for Safeguarding Angkor (JSA) und der US-amerikanische World Monuments Fund (WMF).

Seit 1992 wird der Bayon, als Teil von Angkor, auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO geführt.

Die Khmer waren zur Zeit der Errichtung Angkor Thoms teilweise Anhänger des Hinduismus und teilweise Buddhisten. Wie viele Tempel in Angkor spiegelte auch der Bayon den Synkretismus der Khmer wider und beherbergte sowohl hinduistische Götterbilder wie auch dem Buddha gewidmete Heiligtümer. Jayavarman VII. selbst war Anhänger des Mahayana-Buddhismus (im heutigen Kambodscha ist der Theravada-Buddhismus vorherrschend). So wurde das zentrale Heiligtum des Tempels dem Buddha geweiht.

Der Bayon unterscheidet sich durch mehrere Besonderheiten von anderen Tempeln in Angkor, insbesondere:

  • das zentrale Heiligtum ist rund, nicht quadratisch,
  • die Tempelanlage wurde über Jahrhunderte umgebaut und erweitert und dadurch komplexer als andere Bauten,
  • der Tempel ist nicht von einer Mauer umgeben, sondern von offenen Säulengängen,
  • auf den Türmen wurden rund 200 bis zu 7 Meter hohe Gesichter des Lokeshvara in den Stein gehauen.

Viele der Könige von Angkor ließen während ihrer Regentschaft eigene Tempel, manchmal auch neue Hauptstädte, errichten. Der Bayon, wie auch die Stadt Angkor Thom, wurden hingegen nicht zuletzt wegen ihrer architektonischen Qualität auch nach Jayavarman VII. von einer Reihe der folgenden Könige weiterbenutzt.

Der Tempel wurde dabei nicht wie manche andere zerstört, um an seiner Stelle einen neuen zu errichten oder die Steine für ein anderes Bauwerk zu benutzen, sondern immer wieder um Zubauten ergänzt. Am Ende der Bautätigkeiten ergab sich dadurch ein hochkomplexes Gesamtbild mit einer Vielzahl von Treppen, kleineren Tempeln, Säulengängen und oft sehr engen Wegen.

Das auffallendste architektonische Merkmal des Tempels sind die Türme mit den meterhohen lächelnden Gesichtern des Bodhisattva Lokeshvara (auch Avalokiteshvara). Noch ist nicht endgültig geklärt, ob das Gesicht des Königs als Vorbild für diese Darstellungen diente, dies wird aber für naheliegend gehalten, da der Kult des Bodhisattva mit dem Kult des vergöttlichten Königs (Devaraja) eng verbunden war.

Ursprünglich betrug die Anzahl der Türme 49 (andere Rekonstruktionen gehen von 54 aus), von denen heute nur noch 37, zum Teil wiedererrichtete, stehen. Auf den meisten Türmen sind vier Gesichter zu sehen die nach den vier Haupthimmelsrichtungen ausgerichtet sind, während manche nur zwei oder drei tragen. Insgesamt beträgt die Anzahl der Gesichter rund 200.

Gegenüber dem Angkor Wat liegt beim Bayon der gestalterische Schwerpunkt nicht in der Architektur, sondern in den lebensnahen plastischen Reliefs, die den Gesamteindruck prägen. Der zentrale Tempelberg ist von zwei konzentrischen quadratisch angelegten Galerien umgeben, deren Wände eine Reihe von Reliefs tragen. Jene der äußeren Galerie zeigen historische Erzählungen der Khmer, wie zum Beispiel aus den Kriegen gegen die Cham (einem östlich gelegenen Nachbarreich im heutigen südlichen Vietnam), den fischreichen Tonle-Sap-See und Alltagsszenen aus dem Leben des Königs und der Bewohner der Stadt Angkor Thom. Die Reliefs der inneren Galerie stellen neben weiteren Illustrationen historischer Ereignisse auch eine Reihe von Szenen aus der hinduistischen Mythologie dar.

Von besonderer Bedeutung für Historiker sind die Darstellungen des Alltags der Khmer. Am Angkor Wat zeigen die Reliefs überwiegend höfische Zeremonien, mythologische und militärgeschichtliche Schilderungen. Dagegen finden sich am Bayon außerdem zahlreiche volkstümliche Szenen, auf denen unter anderem symbolisch Musikinstrumente abgebildet sind. Einige von ihnen lassen sich identifizieren, da sie bis heute gespielt werden. Die fast ausgestorbene Stabzither kse diev kommt einzig auf Reliefs am Bayon vor. Mehrfach ist die Bogenharfe pinn abgebildet, die in Asien nur noch in Gestalt der burmesischen saung gauk überlebt hat. Das Schneckenhorn saing war für religiöse Rituale wichtig, es taucht häufig im Hintergrund auf. Die Zylindertrommel ist heute als skor arakh im Gebrauch.[1]

Es gibt keinerlei schriftliche Aufzeichnungen aus dem historischen Angkor. Geschrieben wurde damals auf Palmblättern, und diese sind, wie die Holzbauten der Menschen, dem tropischen Klima zum Opfer gefallen. Die einzige bekannte authentische Erzählung über die Blütezeit Angkors stammt von Zhou Daguan, einem chinesischen Botschafter, der von August 1296 bis Juli 1297 ein Jahr in Chenla, so der chinesische Name für das Khmer-Königreich, verbrachte.

Angkor Wat bedeutet „Stadt“. Es ist die bekannteste Tempelanlage in der Region Angkor in Kambodscha.

Im 10. Jahrhundert wurden unter Yasovarman I. (regierte 889–910) zahlreiche Bewässerungsanlagen und Stauseen angelegt, die unter anderem dazu beitrugen, dass mehrmals im Jahr Reis geerntet werden konnte. Diese erfolgreiche Landwirtschaft führte zu Nahrungsüberschüssen und brachte dem Khmer-Reich großen Reichtum. So kam es, dass das südlich von China gelegene Land zu einem regionalen Machtzentrums Südostasiens wurde und die Khmer in der Lage waren, große Städte und gewaltige Tempelanlagen zu errichten.

Im Jahr 1113 bestieg König Suryavarman II. den Thron und regierte bis etwa 1150. Er baute die Macht Angkors, damals Kambuja genannt, in mehreren Kriegszügen gegen die benachbarten Cham, gegen Dai Viet und das Mon-Königreich Haripunjayaweiter aus. Daneben ließ er Tempelanlagen in Angkor restaurieren und neue errichten, darunter Angkor Wat. Die Anlage wurde als Staatstempel des Königs im südöstlichen Teil der schon unter Suryavarman I. errichteten früheren Hauptstadt Yasodharapura erbaut und diente der Verehrung Vishnus. Es gibt auch Hinweise, wie etwa die ungewöhnliche Ausrichtung Angkor Wats nach Westen, der Himmelsrichtung des Todesgottes Yama, die dafür sprechen, dass es der Totentempel Suryavarman II. war.

Da weder die Gründungsstele noch andere Inschriften aus dieser Zeit aufgefunden wurden, die sich auf das Bauwerk beziehen, ist der ursprüngliche Name unbekannt. Es wird angenommen, dass es nach Vishnu benannt wurde, mit dem sich der König als Vishnuist im Unterschied zu seinen Vorgängern, die Shivaisten gewesen waren, identifizierte, und demnach Vrah Vishnuloka („heiliger Wohnsitz von Vishnu“) hieß und später, angelehnt an den posthumen Titel des Gründers Paramavishnuloka („er, der die himmlische Welt des Vishnu betreten hat“), Preah Pisnulok. Die Arbeiten scheinen rasch nach dem Tod des Königs eingestellt worden zu sein, so dass einige der Reliefs unvollendet blieben. Im Jahr 1177 wurde Angkor von den Cham, traditionellen Feinden der Khmer, erobert. Jayavarman VII.gelang es schließlich, die Invasoren zu besiegen und das Khmerreich wiederherzustellen. 1,5 km nördlich von Angkor Wat ließ er die neue Hauptstadt Angkor Thom mit dem Bayon als buddhistischen Haupttempel errichten.

Im späten 13. Jahrhundert wandelte sich Angkor Wat vor dem Hintergrund der durch Jayavarman VII. initiierten religiösen Revolution nach und nach von einer hinduistischen Kultstätte in eine des Theravada-Buddhismus. Zu dieser Zeit wurde Angkor Wat zum Namen des Tempelkomplexes. Anders als die anderen Tempel Angkors verwahrloste die Anlage zwar im 16. Jahrhundert etwas, wurde aber nie vollständig verlassen. Die im Vergleich gute Erhaltung hängt mit dem Wassergraben zusammen, der Angkor Wat gegen das Vordringen des Waldes schützt.

Einer der ersten Besucher aus dem Westen war der portugisische Kapuziner Antonio da Magdalena, der 1586 nach Angkor kam. Er beschrieb seinen Eindruck von Angkor Wat dem portugiesischen Historiker Diogo de Couto zufolge „als so außergewöhnlich, dass man es weder mit einem Stift beschreiben, noch mit einem anderen Monument in der Welt vergleichen kann.“ In den nächsten Jahrhunderten blieben es Missionare und Kaufleute aus dem Westen, die Angkor Wat Beachtung schenkten. Dies änderte sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als ausgelöst durch die begeisterten Reiseberichte des französischen Naturalisten Henri Mouhot, der die Tempelanlage 1860 erkundete, Forscher auf Angkor Wat aufmerksam wurden und ihm folgten, wie zum Beispiel Adolf Bastian und Ernest Doudart de Lagrée. Die ersten Fotografien von Angkor Wat machte 1865 der Schotte John Thomson. Mouhot datierte Angkor Wat auf die Antike und konnte sich einen Bau durch die Khmer, auch aus der damaligen historischen Situation heraus, nicht vorstellen. Er verglich Angkor Wat mit dem Tempel Salomos, von einem antiken Michelangelo errichtet.

Im 20. Jahrhundert wurde Angkor Wat intensiv von dem französischen Institut École française d’Extrême-Orient restauriert und erstmals von 1908 bis 1911 unter der Leitung von Jean Commaille von Erde und Vegetation befreit. Die tatsächliche Geschichte wurde von da an durch diese und weitere Renovationen und damit zusammenhängende stilistische und epigrafische Befunde auf dem gesamten Gelände erschlossen. Der Bürgerkrieg und die Herrschaft der Roten Khmer unterbrachen diese Arbeiten. Das Monument blieb unbeschädigt, doch Statuen, meist aus der Post-Angkor-Zeit, wurden gestohlen oder zerstört.

Der Tempel ist ein Nationalsymbol und beeinflusst auch die internationalen Beziehungen zu Thailand, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Angkor Wat ist seit ihrer ersten Version von ungefähr 1863 auf der Nationalflagge Kambodschas abgebildet. So war es auch das kulturelle Erbe Angkor Wats und Angkors insgesamt, welche die Franzosen dazu motivierte, Kambodscha 1863 zu kolonisieren und der Vorherrschaft von Vietnam und Siam zu entreißen. Dies führte zu Forderungen Kambodschas an Thailand im Nordwesten des Landes, welches die Thai 1431 erobert hatten. Seit seiner Unabhängigkeit 1953 kontrolliert Kambodscha Angkor Wat. Inmitten des Vietnamkriegs besuchte Jacqueline Kennedy auf Einladung des Königs den Tempel, um sich, wie sie sagte, ihren Lebenstraum zu erfüllen.

Die gewaltigen Bauten weisen zahlreiche Schäden auf. Witterungseinflüsse, die tropische Vegetation und menschliche Zerstörungskraft, wie etwa die Plünderungen durch die Siamesen im 15. Jahrhundert, haben den Tempeln zugesetzt. Ein weiterer Grund für den Zerfall ist, dass sich die Khmer ab dem 13. Jahrhundert dem Buddhismus zuwandten, weshalb keine neuen Tempel mehr errichtet wurden. Hinzu kam die Abholzung sämtlicher Wälder durch die Khmer, sowie Missernten durch versiegendes Wasser und den damaligen Klimawandel. Die Anlage diente aber spätestens seit dem 16. Jahrhundert als buddhistisches Heiligtum, an dem zwischen 1546 und 1747 über 40 Inschriften angebracht wurden, die Inhalte des Theravada-Buddhismus vermitteln.

Nachdem es, bedingt durch die politische Lage in Kambodscha, auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kaum möglich war, Restaurierungsarbeiten vorzunehmen (Ausnahme war die Kampagne des Archaeological Survey of India in den 1980er Jahren), sind inzwischen unterschiedliche Organisationen damit beschäftigt, den weiteren Zerfall von Angkor Wat zu stoppen.

Die Gebäude wurden aus kunstvoll gestaltetem Sandstein zusammengesetzt. Die zahlreichen Kanäle der Anlage dienten den Arbeitern auch dazu, die riesigen Steinbrocken mit Flößen zu transportieren. Für den Bau wurden die Blöcke mit besonderen Schleifanlagen so bearbeitet, dass sie ohne erkennbare Zwischenräume aufeinandergesetzt werden konnten.

Das komplette Areal misst inklusive des Wassergrabens in West-Ost-Richtung knapp 1,5 km und in Nord-Süd-Richtung knapp 1,3 km. Der Wassergraben ist zwischen 170 und 190 Meter breit und umschließt das innere Areal. Er stellt nach der gängigen Interpretation den Ur-Ozean dar, womit er sich zusammen mit den zahlreichen Bauten der Tempelanlage in das Bild eines symbolischen Universums einordnet. Im Zentrum steht ein markanter Tempel mit fünf nach Lotusblüten geformten Türmen (Prasat), die einen Quincunx bilden. Der größte Turm ist 65 m hoch.

Viele der Tempelwände sind mit steinernen Figuren dekoriert, die Tänzerinnen – so genannte Apsaras – darstellen. Jede Figur hat eigene, besondere Merkmale, so dass sie sich untereinander nicht gleichen. Die Basreliefs der dritten Galerie weisen insgesamt mehr als 1000 m² Fläche auf und stellen historische Szenen und Episoden aus dem Ramayana und Mahabharata sowie den in der Khmer-Architektur populären Schöpfungsmythos des Quirlen des Milchozeans dar.

Angkor Wat fungiert als herausragendes nationales Symbol, das repräsentativ für die Khmerkultur und das heutige kambodschanische Volk steht. Es findet sich daher als Abbildung in vielfältigen staatlichen Zusammenhängen, auf der Nationalflagge, den Geldscheinen etc. Selbst in der Zeit des Regimes der Roten Khmer war eine goldene Silhouette des Tempels Teil der kambodschanischen Flagge.

Ursprünglich wollte ich vier Wochen in Kambodscha bleiben. Nach drei Wochen war ich ziemlich froh das Land zu verlassen. Gründe: a) ich habe selten so ein schmutziges Land vorgefunden. Man kümmert sich einen „Dreck“ um Abfall. das man die Fäkalien nicht wie im Mittelalter auf die Gasse entleert grenzt an ein Wunder. b) Zudem habe ich den Eindruck gewonnen, man möchte meine USD aber ist nicht gewillt einen entsprechenden Ausgleich in Sachen Service/Qualität zu bieten. c) die Aufdringlichkeit, die bis zu handfester Berührung geht und die Prostitution sind mir derart abstoßend, dass ich keinerlei Lust verspüre dieses Land erneut zu besuchen. Wenn dieses Land seine Vergangenheit überwinden und sich öffnen will, muss es lernen, dass Besucher zwar bereit sind einen geforderten Preis zu zahlen, aber auch einen entsprechenden Gegenwert erwarten. Ansonsten sehe ich keine Zukunft für dieses Land. Der Vergleich mag vielleicht hinken, aber mir scheint, dass Albanien diesbezüglich lernfähiger ist. Und dessen Trauma liegt gerade mal 25 Jahre zurück.