Laos

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Gibbon Experience


Am 23.12.16 endete mein thailändisches Visum. Tage zuvor hatte ich mir Gedanken gemacht, wie ich am besten nach Laos komme. Letztlich entschied ich mich für den Nachtbus, da er die größte Bequemlichkeit versprach, preiswert ist und ich somit die Übernachtungskosten einsparen konnte.  Es war eine illustre Gesellschaft, in der mich wiederfand. Zum einen waren viele laotische Passagiere an Bord, die zurück in ihr Heimatland mussten, da deren Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung für Thailand abgelaufen waren. Unter ihnen auch sehr junge Frauen und Männer, die in Thailand dem waagerechten Gewerbe nachgegangen waren. Unter den Männern hauptsächlich sogenannte Ladyboys, also Transvestiten. Dementsprechend war die Stimmung an Bord recht lautstark und schrill. Neben mir saß Yves, ein Belgier, der geschäftlich in Bangkok war und nun zu seinem laotischen Wohnsitz zurückkehren wollte. Wir kamen ins Gespräch, da er auch die englische Sprache beherrschte, denn meine französischen Sprachkenntnisse hätten für eine langdauernde nächtliche Konversation kaum ausgereicht. Aber so machten wir es uns bequem und plauderten fast die ganze Nacht hindurch.

In den frühen Morgenstunden des 24.12.16 erreichten wir die laotische Grenze. Um die Visaangelegenheiten musste sich jeder Passagier selbst kümmern, was mir sehr recht war, da ich dadurch meinen Paß nicht aus der Hand geben musste. Nachdem alle den Bus verlassen hatten, fuhr dieser zur Haltestelle auf laotischer Seite und wartete dort bis alle wieder anwesend waren.

Von der Grenze bis nach Pakse sind es dann noch mal 3,5 Stunden mit dem Bus. Hier kamen wir dann gegen 8:00 Uhr an. Als jeder sein Gepäck in Empfang genommen hatte, fragte mich Yves, wo ich denn in Pakse bliebe. Da ich keinerlei Buchungen gemacht hatte, wurde ich zu ihm ins Haus in Champasak eingeladen. Allerdings wollte ich zuvor noch Geld wechseln und eine laotische SIM-Karte erwerben. Yves beschrieb mir, wie ich zu ihm gelangen konnte . Unsere Wege trennten sich also kurzfristig.

Einen ATM aufzutreiben war keine Kunst, eine SIM-Karte zu erwerben schon. Das Problem lag in der Tatsache, dass man eine Basiskarte erwerben und dann weitere Gutscheine kaufen musste, um die Karte nach Bedarf aufzuladen. Wer nicht die laotische Sprache beherrscht hat hier erhebliche Wort- und Schriftschwierigkeiten. Nach langem Hin und Her landete ich bei der nationalen Telekom, wo man mir endlich eine für 30 Tage gültige und mit entsprechendem Guthaben vorsorgte SIM-Karte übergab.

Gemäß Yves‘ Beschreibung lief ich dann zum zentralen Marktplatz um einen Bus nach Champasak zu finden. Wie gut, dass Yves mich auf den korrekten Preis hingewiesen hatte, denn natürlich versuchte man mir ein Vielfaches zu berechnen. Die örtlichen Busse sind eigentlich umgebaute Pickups, deren Ladefläche Passagiere nebst umfangreichem Gepäck aufnimmt. Kurz: Es ist extrem eng! Bei Muang verließ ich den Bus, um eine Fähre über den Mekong zu nehmen. Per Whatsapp hatte ich mich inzwischen bei Yves angemeldet. Auf der anderen Seite des Flusses erwarte er mich dann mit seinem Motorrad. Zehn Minuten späten kamen wir bei ihm zu Hause an, wo er mir ein nettes Gästezimmer anbot. Jetzt stellte sich heraus, dass Yves mit einem laotischen Freund zusammen wohnte, welcher sich um den Haushalt kümmerte, während Yves den Geschäften nachging.

Da das Haus direkt am Mekong liegt und ich ein Frühaufsteher bin, hatte ich oft die Gelegenheit die fantastischen Sonnenaufgänge zu erleben. Zu dieser Zeit herrschte immer eine lautstarke Stille. Nichts, absolut nichts, war zu dieser Uhrzeit zu hören. Jedoch 15 Minuten, nachdem die Sonne über dem Horizont erschienen war, flogen die ersten Wasservögel den Fluß aufwärts, kaum ein paar Zentimeter über dem Wasser dahingleitend. Abends, kurz vor Sonnenuntergang, sah man die Vögel dann wieder zu ihren Schlafplätzen fliegen. Der Frieden dieser Morgenstunde war unglaublich und bewegend.

In Champasak gibt es nichts wirklich Aufregendes zu sehen. Der kleine Tempel Wat That vielleicht.

Vielmehr bietet sich Champasak als Ausgangspunkt für einen Ausflug zum nahegelegenen Weltkulturerbe Wat Phu an. Übersetzt bedeutet der Name „Bergtempel“, welcher tatsächlich auf einem Hügel liegt und einen fantastischen Blick über die Umgebung und den Mekong bietet. Kunst- und Geschichtsinteressierte werden begeistert sein von der überragenden Handwerkskunst, welche noch immer an den Ruinen des einstigen Khmer-Tempelkomplex‘ zu sehen sind. Sei es in den Formen der Tempelsäulen, den Stürzen und Giebeln, seien es die Terrassen, Höfen, Mauern oder Flure, heilige Plätze, Schrein, Bibliothek oder Paläste. Selbst eine natürliche Quelle gibt es, die angeblich heiliges Wasser hervorbringt.

Wat Phu ist eine der ältesten archäologischen Plätze in Laos. Ein Tempel stammt aus dem 5. Jh, aber die meisten wurden zwischen dem 11. und 13. Jh errichtet. Wie die meisten Khmer-Tempel wurden auch hier vornehmlich Sandstein, Lehm und Ziegel verbaut. Neben vielen anderen Gravierungen sieht man hier zudem den Hindugott Indra (Gott des Sturms und Regens) einen dreiköpfigen Elefanten, sowie Vishnu auf einem Garuda reitend.

Wat Phu war ein aktiver Buddhistentempel. Der Buddhismus löste im 13. Jh. den Hinduismus in Laos ab.

Zur Zeit des dritten Vollmonds (man rechnet hier im nach dem Mondkalender), also in etwa im Februar findet hier das größte Jahresfest mit vielen eindrucksvollen Zeremonien statt.

Yves‘ Haus gegenüber befindet sich die Mekong Insel Don Daeng . Nachdem Yves mich das Rollerfahren gelehrt hatte, machte ich am 1. Weihnachtsfeiertag  einen Ausflug dorthin. Gemeinsam warteten Yves und Kwai auf die kleine Fähre, die mich  und den Roller auf die Insel bringen sollte. Zunächst zog es mich in den Norden der Insel, da dort ein schöner Strand ist, wo ich ein Bad im Mekong nehmen wollte. Die Insel ist erstaunlich dicht besiedelt. Viele kleine Hütten ein paar kleine Tempel hier und da prägen das Bild. Nach einem wenig erfrischenden Bad ging es dann im Osten der Insel gen Süden. Die Straßen sind verdammt schlecht und eigentlich sind es eher Sandwege. Man kommt nur sehr langsam vorwärts. Und so musste ich zu guter Letzt eine Abkürzung quer durch die Insel nehmen, um zur verabredeten Zeit wieder meine Fähre auf’s Festland zu bekommen. Es war aber noch genug Zeit, um an einer kleine Hütte ein traditionelles laotisches Mahl einzunehmen.

Am 27.12.16 nahm ich den Bus nach Süden in Richtung auf die ‚4000 Inseln‘ des Mekongs. In Hatsay Koun hieß es dann umsteigen ins Boot nach Don Khong.

Dieser Archipel gilt als ganz besonderes Juwel am Ende des 4350 km langen Mekong. In der kühlen und trockenen Jahreszeit (nach und vor dem Monsun) zeigt sich der Fluss von seiner schönsten Seite. Er fließt an Tausenden von Sandbänken vorbei, auf denen Betel- und Lontaropalmen  wachsen und präsentiert sein sattes Grün.

Programmpunkte sind Kajaktouren, radeln, seltene Irawadidelfine beobachten und beeindruckende Wasserfälle besuchen. Ansonsten lautet das Motto: in der Hängematte relaxen und abhängen!

Don Khong
Auf dem 18 km langen und 8 km breiten verschlafenen Inselidyll trocknen Fischernetze in der Sonne, der türkisfarbene Mekong strömt vorbei und die Einheimischen blicken kaum von ihrem Beerlao auf, wenn ein Neuankömmling eintrifft. In der größten Siedlung Muang Khong – der Ort hat nur ein Straße und ein paar Herbergen – geht’s ruhig und authentisch zu. Ich bleibe eine Nacht hier 😉

Am nächsten Tag geht’s mit dem Boot weiter nach Don Det.

Viele Traveller kommen nach Don Det, um ausgiebig in der Hängematte auszuspannen. Don Det ist ein tropisches Yin und Yang voller falang, vor allem an der Anlegestelle der Fähre.

Ich übernachte bei Mama Piang, die ihr Haus am Ban Houa Det (auch bekkannt als „Sunrise Boulevard) hat. Das Zimmer ist sehr einfach. Fensterscheiben gibt es nicht. Entweder man lässt die Fensterläden offen oder nicht. Warmwasser: Fehlanzeige. Dafür ist der Spirit einzigartig. Sie versteht es mit ihrem Charme ihren Gästen das Gefühl zu vermitteln „zu Hause angekommen“ zu sein. Die Katzen und ein verletzter Greifvogel haben hier ebenfalls ein zu Hause.

Don Det ist klein und übersichtlich. Im Laufe eines Vormittags kann man bequem die Insel umrunden. Und man entdeckt dabei allerlei Schmetterlinge, Wasserbüffel, Tipis und kleine Bars, die man an dieser Stelle so nicht erwartet hätte. Zuweilen kann man Ruderer beobachten, die in ihren Langbooten für die nächste Regatta trainieren.

Einen Tag nutze ich, um an einer, der oben erwähnten Kayaktouren teilzunehmen. Dies lohnt sich und ist unbedingt empfehlenswert. Gut organisiert, incl. Lunch, Delfinbeobachtung und Besichtigung des größten Wasserfalls.

Khonepasoi Waterfall

Am Abend des nächsten Tag nahm man mich mit zum Angeln. Der Fang wurde danach frisch zubereitet und serviert.

Don Khon präsentiert sich deutlich ruhiger und es verfügt über zahlreiche kleinere Wasserfälle.

Ich übernachte im „Sunset Paradise“. Von dessen restaurantterrase hat man einen tollen Ausblick auf den Fluss.

Auf Spaziergängen kann man hervorragende Fotomotive entdecken:

Wat Khone Nua

Am 4.1.17 (vom Neujahrsfest hat man hier rein gar nichts bemerkt) fuhr ich dann mit dem Bus von Don Khon (Naka Sang) wieder nach Champasak zu Yves. Zwei Nächte blieb ich dort bevor ich mich wieder nach Pakse auf den Weg machte. Von dort  startete ich dann mit einem Motorroller zu einer Rundfahrt durch das Bolaven-Plateau.

Das Bolaven-Plateau gehört zur größten Kaffeeanbauregion das Landes. Außerdem findet man hier spektakuläre Wasserfälle. Die krallenförmige Hochebene liegt 1500 m  über dem Mekongtal und zeichnet sich durch ein sehr kühles Klima aus. Hier leben mehrere Stammesvölker der Mon-Khmer, darunter Alak, Laven (Bolaven bedeutet „Land der Laven“), Ta-oy, Suay und Katu.

Von Pakse fuhr ich am 6.1.17 zunächst nach Tad Pasuam, ca. 50 km, um den ersten Wasserfall auf dieser Route anzuschauen.

Weitere 60 km weitere erreichte ich das Kattu Homestay inmitten einer Kaffeeplantage.

Am nächsten Tag  fuhr rund 70 km nach Tad Lo. Viele Besucher kommen vor allem wegen des Dorfs Tad Lo hierher. Von hier kann man Fahrradtouren machen bzw. auf Elefanten reiten. Hinzu kommt der schöne Kaskaden-Wasserfall.

Unweit von Tad Lo auf dem Weg nach Sékong machte ich einen Stop Kok Phung Tai, einem kleinen Museumsdorf, um mir dort das frühere laotische Leben erklären zu lassen.

Übernachtet habe ich diesmal in einem Zelt, im keinem Eco-Dorf Tad Faék P&S Garden (8.1.17). Die fahrt hierher war der längste Streckenabschnitt auf meiner Rundfahrt – 80 km.

Tad Yuang

Der schönsten und eindrucksvollsten Wasserfall (Tad Fane) fand ich in  kurz hinter Paksong.

Gleich nebenan befindet sich der Tad Champee

Nach 7 Tagen im Bolaven brachte mich der Nachtbus am 13.1.17 von Pakse nach Vientiane und nach dem Umsteigen weiter nach Luang Prabang

Luang Prabang gehört mit seinen 33 buddhistischen Tempeln zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist mit seinen Restaurants und zahlreichen architektonisch schönen Kolonialgebäuden ein Traum für Traveller. Den französischen Einfluss merkt man z.B. am Duft frisch gebackener Croissants und an den alten indochinesischen Villen.

Zwei spektakuläre Ausflüge standen bei mir auf dem Programm: Die Pak Ou Höhlen und der Kuang Si Waterfall

Die Pak Ou Höhlen (auch „Buddha-Höhlen“ genannt) befinden sich etwa 25km nördlich Luang Prabang. Seit tausenden von Jahren dienten sie Gläubigen als Pilgerstätte, welche nach der beschwerlichen Anreise eine Buddhastatue zurückließen. Sie liegen direkt an der Einmündung des Flusses Nam Ou in den mächtigen Mekong und sind von Luang Prabang aus mit dem Boot über eine traumhafte Reise auf dem Mekong in etwa 2 Stunden zu erreichen. Die Höhlen befinden sich in einer atemberaubenden Steilklippe am Westufer des Mekong.  Während des Indochina-Krieges nutzten die Gläubigen die Abgeschiedenheit der Höhlen außerdem, um ihre privaten Buddhastatuen vor den Plünderern in Sicherheit zu bringen. Bis zu 5.000 Buddhastatuen aus allen Stilrichtungen und Epochen sollen in den unterirdischen Tempeln aufbewahrt werden, von denen etwa 4.000 heute noch zu sehen sind.

Die Pak Ou Höhlen bestehen aus zwei Höhlentempeln, der Unteren Höhle (Tham Theung) und der Oberen Höhle (Tham Ting). Die unzähligen Buddhastatuen aus Holz, Eisen, Ton oder Bronze wurden nicht nur vor Plünderungen versteckt, sondern auch von den Pilgern als Opfergaben mitgebracht. Die größten Statuen sind bis zu einem Meter hoch. Während des Lao-Neujahrs im April versammeln sich unzählige Buddhisten, um die Buddhastatuen traditionell zu waschen und zu reinigen.

Die Heiligkeit der Stätte wird noch durch die Plätze unterstrichen, an denen man vor den größten Buddha-Abbildungen knien kann, viele der Gläubigen entzünden Kerzen oder Räucherwerk. Glücksstäbchen sagen die Zukunft voraus – leider nur in laotischer Sprache.

Für die Obere Höhle benötigt man Taschenlampen, sie ist größer und tiefer als die Untere Höhle und an manchen Stellen dringt kaum Licht an die felsigen Schreine, die den Großteil der Buddha-Bildnisse enthalten. Der 10-minütige Aufstieg über steile Treppen lohnt sich jedoch – einige Löcher im Fels bieten spektakuläre Ausblicke auf den Mekong. Früher lebten hier Einsiedlermönche, denen es heute sicherlich zu überfüllt wäre.

Obere Höhle Tham Phum

Untere Höhle Tham Ting

Von der Anlegestelle bei den Pak Ou Höhlen hat man einen Blick auf das gegenüberliegende Mahout Elephant Training Camp.

15.1.17: Die Kuang Si Wasserfälle sind die größten Wasserfälle in Laos und nur eine gute halbe Autostunde (30 km südlich) von Luang Prabang entfernt. Die türkisblauen Pools zwischen den einzelnen Kaskaden inmitten der üppig grünen Vegetation laden vor allem an heißen Tagen zu einem erfrischenden Bad ein. Der Wasserfall besteht aus mehreren Kaskaden, die, eingebettet in eine traumhafte Landschaft, über 100 Meter in die Tiefe stürzen. Die längste freifallende Passage der Wasserfälle erreicht eine Höhe von 60 Metern.

Nach 30 Tagen in Laos flog ich weiter nach Hanoi, Vietnam um dort einen Tag später meinen Freund Tho in Da Nang zu treffen.