Leipzig

Mein Besuch in Leipzig sollte eigentlich Eileen gewidmet sein, die ich auf Ibiza kennenlernte. Einen Einblick in die Hintergründe findet man hier.
Es kam anders. Während ich noch im Bus von Berlin nach Leipzig saß, bekam ich von Eileen eine Message, dass sie mich kurzerhand im City Globetrotter Hostel untergebracht hat, obwohl ich eigentlich bei ihr zu Hause übernachten sollte. Sie meinte, sie sei noch im Krankenhaus bei ihrem Sohn, könne kein Auto auftreiben, sie würde mich aber am selben Tag noch besuchen/abholen. Auch die Kosten für die Unterbringung wolle sie übernehmen, da sie mich ja eingeladen hätte. Angeblich freue sie sich riesig mich zu sehen und mir die Stadt zu zeigen. Das war’s dann auch. Seit dem schweigt still der See. Weder kam mich Eileen besuchen noch abholen, noch hat sie die Unterbringung bezahlt. Kein Sterbenswörtchen mehr von ihr! Was soll man davon halten?

Na gut, ich ich kannte bis dato Leipzig nicht. Also, was liegt näher genau damit weiterzumachen, warum ich überhaupt reise: nämlich die Welt, in diesem Fall Leipzig, kennenzulernen.

Der erste Abend führte mich in ein nahegelegenes Bagelsandwich-Restaurant in der Nikolaistr. 42. Wow, wie köstlich. Schade nur, dass ich nicht mehr als zwei von diesen Köstlichlichkeiten verdrücken konnte.


Am nächsten Tag war ich schon früh unterwegs. Früh genug, um die Nikolaikirche aufzusuchen.

Der Weg dorthin führte mich am Oelßners Hof vorbei. Ein wunderschönes Gebäude, reich verziert.

In der Strohsack-Passage (was für ein Name?!), wenige Schritte weiter, fand ich dieses treffende Plakat einer Cocktailbar.

Die Nikolaikirche ist die größte Kirche in Leipzig und neben der Thomaskirche die bekannteste Kirche der Stadt. Die Umgestaltung und Ausstattung des Innenraumes der Nikolaikirche stellt eine bedeutende Schöpfung des Klassizismus dar.
Im Herbst 1989 war die Nikolaikirche zentraler Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR mit dem anschließenden Mauerfall in Berlin am 9. November 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990.

Die Stadt- und Pfarrkirche St. Nikolai wurde ab 1165 nach der Verleihung des Stadt- und Marktrechtes an Leipzig im romanischen Stil erbaut. An der Westseite der Kirche ist der romanische Ursprung bis heute sichtbar. Im 15. und 16. Jahrhundert erfolgten Erweiterungen und der vollständige Umbau zur dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche.
Am 25. Mai 1539 wurde durch die Predigten der Reformatoren Justus Jonas der Ältere und Martin Luther die Reformation in Leipzig begonnen.
Am Karfreitag, dem 7. April 1724 führte Johann Sebastian Bach sein bis dahin umfangreichstes Werk, die Johannespassion, in der Nikolaikirche zum ersten Mal auf.

Im Zuge der Aufklärung und Revolutionsarchitektur wurde der Innenraum der Kirche zwischen 1784 und 1797 nach dem Ideal der Urhütte (Bäume (Säulen), Blätterdach usw.) umgestaltet. Darauf weist auch die 1999 errichtete Palmsäule vor der Kirche hin. Die letzten großen baulichen Veränderungen erfolgten von 1901 bis 1902 an der Außenfassade. Das spätgotische Aussehen wurde beibehalten.

Die Montagsdemonstrationen, die gegen das DDR-Regime gerichtet waren, entwickelten sich aus den Montagsgebeten, die in der Nikolaikirche bereits Anfang der 1980er Jahre stattfanden und anfänglich nur von einigen wenigen Menschen besucht wurden . In den späten Novembertagen 1982 wurde in der Nikolaikirche zum ersten Mal in der DDR eine große Schautafel mit dem Symbol für Schwerter zu Pflugscharen öffentlich aufgestellt. Ende der 1980er Jahre gingen allwöchentlich Zehntausende, manchmal sogar über 100.000 Menschen, während der Montagsdemonstrationen auf die Leipziger Straßen, um für Demokratie, freie Wahlen, Reisefreiheit und die Einheit Deutschlands zu demonstrieren.

Als ich in der Nikolaikirche eintraf, hatten gerade Grundschüler verschiedener Schulen eine Gesangs-Generalprobe für die anschließend stattfindende Feierstunde zu Bachs 331. Geburtstag in der Thomaskirche.


Wenig später folgte ich dem Strom der Schüler in die Thomaskirche und lauschte den Gesängen verschiedener Chöre anläßlich der o.g. Feierstunde.

Die Thomaskirche ist eine der zwei Hauptkirchen der Stadt und als Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs und des Thomanerchores weltweit bekannt.
Zwischen 1212 und 1222 wurde die ältere Marktkirche zur Stiftskirche des neuen Thomasklosters der Augustiner-Chorherren umgebaut. Der Minnesänger Heinrich von Morungen soll dem Thomaskloster anlässlich seines Eintritts eine Reliquie des Hl. Thomas geschenkt haben, die er aus Indien mitgebracht hatte. Reste des romanischen Baus kamen bei archäologischen Grabungen zu Tage.

Der Thomanerchor wurde bereits 1212 gegründet und ist somit einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands. Im Laufe der Geschichte bekleideten immer wieder bedeutende Komponisten und ausübende Musiker das angesehene Amt des Thomaskantors. So auch J.S. Bach.

Nach einem fast vollständigen Neubau wurde die Kirche durch den Merseburger Bischof Thilo von Trotha am 10. April 1496 erneut geweiht. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche einige Zusätze und Umbauten; am bedeutendsten ist dabei der achteckige Turm aus der Zeit der Renaissance.

Zu Pfingsten 1539 predigte hier der Reformator Martin Luther.

Anlässlich des Bachjahres 1950 wurden die Gebeine Bachs, der hier von 1723 bis zu seinem Tode 1750 Thomaskantor war, aus der zerstörten Johanniskirche überführt.


Das Amtshaus (auch Altes Amtshaus) in Leipzig war ein Gebäude für den Sitz des Amtes Leipzig, der Verwaltungsbehörde des kurfürstlich-sächsischen Staates für den Leipziger Kreis, nachdem sich bereits im 14. Jahrhundert das territorial umfangreiche Amt Leipzig als beständige lokale Verwaltungsbehörde etabliert hatte. Heute beherbergt es eine Filiale der Commerzbank.


Auerbachs Keller ist die bekannteste und zweitälteste Gaststätte Leipzigs. Seine weltweite Bekanntheit verdankt Auerbachs Keller, der schon im 16. Jahrhundert zu den beliebtesten Weinlokalen der Stadt gehörte, vor allem Johann Wolfgang von Goethe.

Goethe weilte während seines Studiums in Leipzig 1765–1768 oft in Auerbachs Keller. Hier sah er die beiden um 1625 entstandenen Bilder auf Holz, auf denen der Magier und Astrologe Faust mit Studenten pokuliert und – auf dem anderen – auf einem Weinfass zur Türe hinausreitet. Die Faustsage kannte er bereits aus Kindertagen durch das Puppenspiel vom Dr. Faust, das auf Jahrmärkten aufgeführt wurde. Mit der Szene Auerbachs Keller in Leipzig in Faust I hat er seinem Studentenlokal und der Stadt ein bleibendes literarisches Denkmal gesetzt: „Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.“

1912 bis 1913 wurde Auerbachs Keller im Zuge des Abbruchs der darüberliegenden mittelalterlichen Bebauung und der Errichtung des Messehauses Mädlerpassage in großen Teilen neu gebaut und erweitert. Die Eröffnung fand am 22. Februar 1913 statt. Hierbei sind auch die beiden Figurengruppen, das Doppelstandbild Mephisto und Faust und die Gruppe der verzauberten Studenten des Bildhauers Mathieu Molitor am Eingang zum Auerbachs Keller entstanden, die in der 1899 von Traugott Noack (1865–1941) gegründeten Leipziger Bronzebildgießerei Noack gegossen wurden.


Das Alte Rathaus liegt auf der Ostseite des Marktes in Leipzig und dominiert durch seine Länge den gesamten Platz.
Mitte des 14. Jahrhunderts wollten die Bürger Leipzigs durch eine Vielfalt von Funktionsbereichen einen großen Saal, das Ratszimmer, die Stuben der Stadtschreiber, das Archiv und weitere Räume der städtischen Verwaltung in einem Gebäude unterbringen, daher wurde das Rathaus gebaut. Zu einem unbekannten Zeitpunkt zwischen 1300 und 1400 wurde das Rathaus erweitert und mit einem Kauf- und Tuchhaus verbunden. Im Dezember 1467 wurde eine neue Ratsstube fertiggestellt. Im Jahre 1498 wurde, da der Handel zu dieser Zeit florierte, ein Umbau des Rathauses beschlossen, der finanziell dann jedoch unmöglich wurde.
Das Rathaus wurde 1556/57 von dem regierenden Bürgermeister und Großkaufmann Hieronymus Lotter umgebaut. Erster Obermeister war Meister Paul Speck, dem wohl auch der Entwurf zuzuschreiben ist. Ihm folgte nach seinem Tod Anfang 1557 Meister Paul Widemann. Weiter beteiligt war auch der Ratsmaurermeister der Stadt, Sittich Pfretzschner. Der Bau wurde in der Folgezeit mehrfach verändert und ist heute zu überwiegenden Teilen eine Nachformung des frühen 20. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist der asymmetrische Aufbau des Gebäudes von der Frontseite aus, die dieses annähernd im Goldenen Schnitt teilt. Vielfach wird angenommen, dass der seitlich nach links versetzte Turm des Alten Rathauses die Proportionen des Goldenen Schnittes am Gebäude kennzeichnet. Die eigentliche Einteilung der Gehäusefront zum Markt hin in Sachen Goldener Schnitt nimmt allerdings die Mitte des Hauptportals und Durchgangs – asymmetrisch zum Turm liegend – vor. Das Alte Rathaus ist heute eines der letzten und bedeutendsten Renaissancebauwerke auf deutschem Boden.


Das City-Hochhaus Leipzig ist mit 142,0 Metern (Gesamthöhe mit Antennenträger 155,40 Meter) und 29 Etagen das zweithöchste Hochhaus der neuen Bundesländer.

Es entstand von 1968 bis 1972 nach Entwürfen des Architekten Hermann Henselmann im Zuge der Neugestaltung des Universitätscampus am damaligen Karl-Marx-Platz und war bei seiner Fertigstellung das höchste Hochhaus Deutschlands. Aufgrund der drei langen, leicht nach innen gewölbten Längsseiten bei einer überhöhten Schmalseite kann die Form des Gebäudes aus Straßensicht als ein aufgeschlagenes Buch interpretiert werden. Wegen seiner anfänglichen Nutzung entstanden im Volksmund die Namen Uniriese, Weisheitszahn oder auch Steiler Zahn.

In den Jahren 1999 bis 2002 wurde das City-Hochhaus komplett saniert, dabei wurde die Fassade mit Granit und Glas neu verkleidet.

Die Universität Leipzig ist heute nicht mehr im Hause vertreten: das Gebäude wurde von der Landesregierung verkauft und gehört mittlerweile der US-Investmentbank Merrill Lynch[3], vertreten durch die CRE Resolution GmbH. Mieter sind unter anderem die Leipziger Tourismus und Marketing GmbH, der MDR und das Panorama-Restaurant „Panorama Tower – Plate of Art“ in 110 Metern Höhe in der 29. Etage. Seit März 2008 hat die Europäische Strom- und Energiebörse EEX ihren Hauptsitz im Hochhaus.
Auf dem Dach ist eine Aussichtsplattform (31. Etage) eingerichtet. Sie befindet sich in einer Höhe von etwa 120 Metern und bietet einen guten Überblick über große Teile der Stadt.


Gleich nebean befindet sich das Gewandhaus und das neue Universitätsgebäude.

Das Konzertgebäude Gewandhaus in Leipzig und zwei ebenfalls Gewandhaus genannte Vorgängerbauten an anderer Stelle sind seit 1781 Heimstätte des Gewandhausorchesters. Seit 1998 steht es unter der Intendanz von Gewandhausdirektor Andreas Schulz.[1] Zum Konzerthaus gehören ebenso der Gewandhausorganist, der GewandhausChor sowie der GewandhausKinderchor. Außerdem existieren verschiedene Kammermusikensembles wie beispielsweise das Gewandhaus-Quartett, das Gewandhaus-Bläserquintett und Gewandhaus-Brass-Quintett.

Am 20. Januar 1977 wurde der Grundstein für ein neues Gewandhaus in der Stadtmitte am Karl-Marx-Platz (heute wieder Augustusplatz) gelegt, gegenüber dem Leipziger Opernhaus am ehemaligen Standort des Museums der bildenden Künste. Das Gewandhaus war der erste und einzige Neubau einer reinen Konzerthalle in der DDR – andere Großprojekte in der DDR wurden hingegen als Multifunktionsbauten geplant (meist als „Kulturhaus“, „Kulturpalast“ oder „Stadthalle“). Die Zustimmung des Staatsapparates zu einem Gewandhausneubau wird vor allem dem großen Einsatz des damaligen Gewandhauskapellmeisters Kurt Masur zugeschrieben. Die westdeutsche Fachzeitschrift Bauwelt lobte den Entwurf mit seinem Formenreichtum als außerordentlich für die DDR, „in der man – angesichts der tristen Einförmigkeit des Serienbaues aus Allerwelts-Montageteilen die Architektur schon fast vergessen geglaubt hat“.