Montenegro

Unterkünfte

Old Town Hostel, Kotor

Hostel Hikers Den, Zabljak

Montenegro Hostel Podgorica

Freedom Hostel Budva, Budva, FB/Montenegro Freedom Hostel, Cara Dusana 21, T: +382 33 454070, mob. +382 67 523496, email: moontenegrofreedom@gmail.com


Von Tirana kommend brachte mich der Bus binnen 4 Stunden in die Hauptstadt von Montenegro – Podgorica. Ich machte mir das hiesige Hostel (Montenegro Hostel Podgorica) zum Ausgangspunkt für meine Ausflüge. Das Land ist so klein, so dass sich eine Automiete nicht lohnte. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind so gut, dass man so gut wie jeden Punkt innerhalb innerhalb Montenegros leicht erreichen kann.

Gleich am nächsten Morgen machte ich mich auf, um das Kloster Ostrog zu besichtigen. Dieses Gebäude, 1665 erbaut, scheint aus den Höhlen herauszuwachsen. Schaut man von der Terrasse senkrecht hinab, so blickt man in einen mehrere hundert Meter tiefen Abgrund, denn das Kloster befindet sich rund 900 m über dem Tal. Das Gebäude klebt förmlich am Steilhang.
An diesen Ort kommt man nur eingeschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. So ließ mich der Busfahrer unterwegs einfach an einer Kreuzung raus. Von hier nahm ich ein Taxi. Das Klostergelände erstreckt sich über drei Ebenen. Bis zur untersten brachte mich das Taxi. Von hier aus hieß es, einen langen und beschwerlichen Aufstieg zu beginnen. Unterwegs traf ich so manchen Pilger, der diesen Aufstieg barfüßig machte, in Taschen allerlei Lebensmittel dabei, die dem Kloster geopfert sein sollten. Es ist der wohl wichtigste Punkt der orthodoxen Glaubensgemeinschaft und zieht jährlich über 1 Million Besucher an.

Sv. Vasilije, Bischof von Herzegovina, brachte seine Mönche hierher nachdem die Ottomanen sein Kloster Tvrdos zerstört hatten. Die Pilger müssen sich in die Besucherschlange einreihen, um den Heilgen, dessen Gebeine in Brokatdecken eingehüllt in einer kleinen Kapelle aufgebahrt sind, zu besuchen.

Werbeposter in Reisebüros zeigen meist Budva. Und tatsächlich, Budva bietet alles, was ein Alltagstourist sich wünscht: eine wunderschöne Altstadt und einen schönen Strand. Allerdings ist die Altstadt auch angefüllt mit hunderten Souvenierläden und Restaurants/Bars mit entsprechenden Preisen. Der Strand soll manchmal schwer zu erkennen sein, ist er doch zugedeckt mit Badetüchern, Sonnenliegen und -schirmen – dies trifft zumindest für die Hochsaison zu. Im Hafen findet man die entsprechenden Yachten.

Unbedingt sehenswert ist auch die kleine Insel Sveti Stefan, mit dem Bus 20 Minuten nach Süden. Es ist ein Postkartenbild, dass sich einem bietet, wenn man von oben auf die Insel hinab blickt. Sveti Stefan bietet ein sehr mediterranes Bild mit Pinien, Oliven- und Oleanderbäumen. Dazwischen Terrakotta-Dächer und leicht ins Rosa tendierende Hausmauern. Dem Ansturm der Touristen hat man mittlerweile einen Riegel vorgeschoben. Der Zutritt zur Insel ist auf einige wenige geführte Gruppen pro Tag limmitiert.

Mit dem Bus von Budva kommend steigt man unterhalb eines Bergmassivs in Kotor aus. Beeindruckt wendet man den Blick aufwärts und traut zunächst seinen Augen nicht. Man entdeckt einen steilen Weg, eingefaßt von Mauern. Folgt man seinem Verlauf endet der Blick an Burgmauern. Man kann sich den Weg zur Burg antun – man kann es aber auch lassen!

Ich wende mich lieber der Altstadt zu, wo ich mich für eine Nacht in einem Hostel eingemietet habe. Die Gassen sind so eng, dass mein Navi keine Verbindung mehr zum Satelliten herstellen kann. Und ich – ich schaue mich verzweifelt um und finde mein Ziel nicht. Auffallend ist, dass man in Montenegro mit Englisch nicht unbedingt weit kommt. Und so schauen mich mehrere Augen verständnislos an, als ich nach meiner Unterkunft frage. Die ganze Altstadt hat keine Straßennamen, sondern nur Hausnummern. Ein System in der Vergabe der Nummern konnte ich nicht entdecken. Am Ende bin ich aber dann doch noch fündig geworden.

Wie in Budva betritt man die Altstadt Kotors durch ein Tor. Kotor ist in der Vergangenheit vor allem von Venezien beeinflußt worden (1420-1797). Und so findet man hier auf dem Balkan den geflügelten Löwen von St. Marco. Ansonsten ähneln sich die Altstädte von Kotor and Budva sehr.

Perast, auch wieder eine 1/2 Stunde mit dem Bus entfernt, diesmal nach Norden, ist eine süße kleine Stadt. Abgesehen von den vielen netten, einladenden Restaurants entlang des Ufers, sind die beiden vorgelagerten Inseln Gospa od Skrpjela und Sveti Dordje Anziehungspunkt für die Besucher.
Seit 14 Monaten trage ich US-Dollar mit mir – sogenannte Notgroschen. In Perast war ich froh diesen Notgroschen zu haben, denn in diesem Ort gibt es weder eine Bank noch einen Geldaautomaten. Meine Überfahrt zu den Inseln zahlte ich also in US-Dollar.

Die kleinere Insel, Sveti Dordje, ist ein natürlicher Felsen mit einem Benediktiner Kloster. Gospa od Skrpjela (Our-Lady-of-the-rocks) ist eine künstliche Insel, aus dem 15. Jh. stammend. Die darauf errichtete Kirche stammt von 1630.

Die Fahrt von Podgorica nach Zabljak dauert rund 2,5 Stunden. Hinter Niksic beginnt die Landschaft interessant zu werden. Es geht in die Berge, zum Durmitor Nationapark.

Der Durmitor ist ein Bergmassiv im Norden Montenegros, das zum Gebirgszug der Dinariden gehört. Der das Massiv umschließende Durmitor-Nationalpark, der 1952 zum Nationalpark erklärt wurde, gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der höchste Gipfel des Durmitormassivs mit 2.522 Metern ist der Bobotov Kuk, der zugleich auch die höchste Erhebung Montenegros ist. 48 Gipfel des Durmitor-Massivs sind höher als 2000 m.

Das Durmitormassiv liegt trotz der Nähe zum Mittelmeer in einer Klimazone die verstärkt vom Festland geprägt ist, dem gemäßigten Kontinentalklima. Somit sind die Temperaturverhältnisse denen in Mitteleuropas nicht unähnlich, werden aber durch die Höhe des Massivs bis über 2500 Metern z. T. deutlich nach unten gedrückt. Innerhalb des Durmitors bewegen sich die Durchschnittstemperaturen je nach Höhenlage im Juli zwischen +15 und +7 °C. Die Jahresniederschlagsmengen sind hoch und erreichen in den Hochlagen deutlich mehr als 2000 mm im Jahr. Schnee kann selbst im Hochsommer fallen und an exponierten Nordhängen hält er sich den Sommer hindurch. Zabljak auf 1450 Metern ist die höchstgelegene Siedlung in Montenegro.

Die Wahl meiner Unterkunft fällt auf’s Hostel „Hikers Den„. Von hier aus hat man die besten Möglichkeiten Touren zu unternehmen. Begrüßt wurde ich von 5 fünf süßen Welpen.

Gleich nach der Ankunft geht’s los zum Crno jezero (deutsch „Schwarzer See“). Es ist ein Gletschersee am Fuße des Međed, einer Bergspitze des Durmitormassives. Er nimmt eine Fläche von etwa 500 ha ein. Der See besteht genaugenommen aus zwei Seen, dem Veliko jezero und dem Malo jezero (wörtlich: Großer See und Kleiner See). Die beiden Seen sind durch einen engen Wasserweg verbunden, der während der Sommermonate trocken fällt, so dass zwei voneinander getrennte Wasserflächen entstehen. Der Crno jezero wird von zahlreichen Bergbächen gespeist.
Der See ist leicht zugänglich, und zu Fuß vom Zentrum von Žabljak aus zu erreichen. Ein etwa 3,5 km langer Weg umrundet den gesamten See.

Am nächsten Tag mache ich mich mit drei anderen Backpackern zur Eishöhle im Durmitor Bergmassiv auf. Um es vorweg zu nehmen: Am Ende der Tour habe ich meine altersgemäßen Grenzen kennengelernt.

Wir brachen um 09:15 auf und erreichten die Höhle um 13:30. Über die gesamte Zeit geht es bergauf, steil bergauf, sehr steil bergauf! Zudem wird es zwischendurch sehr rutschig, da der Weg mit sehr kleinem rund geschliffenem Kies bedeckt ist. Dann geht es wieder über riesige Felsbrocken, die wild in der Gegend rumliegen. Den Weg findet man nur dadurch, dass rund alle 1o m eine Markierung auf die Felsen gesprüht wurden. Auch Klettern, ich meine Bergsteigen, muss man stellenweise. Dann wieder ein von Baumwurzeln übersähten Weg, den man wie auf Treppen besteigen kann.

Meine Energie war ziemlich aufgebraucht, als ich an der Höhle ankam. Der Einstieg in die Höhle führt steil abwärts und ist mit Schnee, Schneematsch und Eis bedeckt. An einer Seite ist ein Stahlseil befestigt. Die letzten Meter erinnerten mich an Schulsport, genauer gesagt an Seilklettern. Alle schafften die letzten Meter, nur ich nicht. Mir zog das Eis die Füße weg und ich landete unsanft auf dem Allerwertesten und rutsche die letzten Meter abwärts. Auch innerhalb der Höhle setzte ich mich noch einmal auf denselben. Sehr zum Gaudi der anderen. Während meine Begleiter geübten und sicheren Schrittes wieder die Höhle verließen, tat ich mich mit dem blöden Seil schwer. Nach mehrmaligem Rufen kam Uriel noch mal herunter und half mir beim Aufstieg. Oben angekommen fiel ich wie eine nasser Sack in mich zusammen. Nach einer angemessenen Pause begannen wir den Abstieg ins Tal. Wie so oft ist der Abstieg anstrengender als der Aufstieg. Gerade auf diesem Teilstück merkte ich mein Alter sehr deutlich. Während meine Begleiter leichten beschwingten Schrittes von Stufe zu Stufe, von Stein zu Stein sprangen, tat ich mich schwer. Auch deshalb, weil meine Energie inzwischen gegen Null tendierte. Zwischenzeitlich nahm man mir sogar den Rucksack ab, um mir das Leben leichter zu machen bzw. gab die letzten Wasserreserven her und versorgte mich mit Trockenobst, um meine Batterie wieder etwas aufzubessern. Kurzum: ich war sehr dankbar diese Kameraden um mich zu haben. Allein in dieser Gegend wäre es sicher nicht zum Spaßen gewesen. Ich denke, in diesem Fall hätte ich mir eine halbwegs sichere Stelle gesucht und draußen übernachtet, um meinen Weg am nächsten Tag fortzusetzen. Hart wäre es geworden, weil ich kein Wasser mehr hatte und deutlich den Wassermangel im Körper spürte.

Wir wollten nach der Rückkehr ins Hostel eigentlich noch essen gehen. Ich war froh, dass den anderen auch nicht mehr danach zumute war. Jeder suchte eigentlich nur noch die heiße Dusche, um die Muskeln halbwegs wieder zum Leben zu erwecken. Ich für meinen Teil war jedenfalls unfähg das Bett wieder zu verlassen, nachdem ich einmal drin lag. Irgendwann habe ich aufgehört meine Muskeln und Knochen zu zählen. Ich wußte bis dahin nicht, wie viele davon der Mensch hat.

Aber: Ich habe es geschaftt, und ich bin dankbar diese Naturschönheiten noch sehen zu können!

In Montenegro findet man den tiefsten Canyon Europas und den zweittiefsten der Welt. 1300 m machen an der tiefesten Stelle den Höhenunterschied aus. Colorado’s Grand Canyon ist nur 200 m(!) tiefer. Es handelt sich dabei um den Tara-River-Canyon. Den besten Blick hätte man beim Rafting. Ich wählte den Blick vom Mount Curevac (1625 m).

Die Zeit in Montenegro neigt sich dem Ende zu. Am 7.9.16 werde ich nach Dubrovnik reisen, dort eine Nacht verbringen, um am 8.9.16 nach Barcelona zu fliegen.